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WEF Davos 2010

Schweiz-Frankreich: Beziehungen kitten am WEF

Dienstag, 26. Januar 2010, 19:10 Uhr, Aktualisiert 27.01.2010, 18:52 Uhr

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Frankreich sind wegen des Steuerstreits derzeit arg belastet. Nicht zuletzt deshalb werden sich am WEF in Davos gleich mehrere Bundesräte mit Staatschef Nicolas Sarkozy und Wirtschaftsministerin Christine Lagarde treffen. Adrian Arnold, Frankreich-Korrespondent von SF, hat mit Lagarde gesprochen.

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Interview mit Christine Lagarde (französisch)

Bald gehen Sie nach Davos und werden dort zahlreiche Anlässe besuchen. Welchen Status hat Davos für Sie? Wie wichtig ist Davos im internationalen Kontext?

Es handelt sich um ein internationales Treffen an einem leicht magischen Ort, an dem sich alle wirtschaftlichen und politischen Akteure, auch Nichtregierungsorganisationen, ohne Protokoll und Zwänge treffen, um über grundlegende Fragen zu diskutieren. Das heisst, Fragen über die Zukunft und über kollektive Strategien.

Ich freue mich, dass es bereits das 40. Treffen ist, denn dies zeigt, dass Davos mittlerweile eine Institution und wichtiger Treffpunkt geworden ist, der der Zeit trotzt.

Findet man in Davos aber auch Lösungen, die effizient für die Weltpolitik sind? Man spricht nun vom neuen Kapitalismus. Denken Sie, dass man in Davos etwas bewegen kann?

Klaus Schwab wollte seit Beginn in Davos ein hochrangiges, kreatives und originelles Treffen schaffen. Schwab kann eine Anzahl von Lösungen vorweisen, die insbesondere auch in Krisensituationen gefunden wurden.

Ich hoffe, dass wir die Regeln eines neuen Kapitalismus erfinden können. Es wäre schön, wenn wir diese Debatte im Rahmen von Davos starten könnten. Die G20 sind eine gewichtige politische Instanz, wo sich aber nicht alle Akteure treffen. Der Vorteil in Davos ist, dass eine Vielzahl von Akteuren anwesend ist.

Pflegt man in Davos hinter den Kulissen auch ein bisschen die internationalen Beziehungen? Wird dort in diesem Jahr z. B. auch über die Beziehungen zur Schweiz diskutiert?

Die Beziehungen zwischen Frankreich und der Schweiz waren immer freundschaftlich, eine Nachbarschaft, die die Souveränität der beiden Staaten respektiert. Es spricht alles dafür, dass dies auch weiterhin so sein soll.

Wir haben eine Debatte über das alte Steuerabkommen zwischen Frankreich und der Schweiz, und ich hoffe, dass wir diese Debatte in Davos fortsetzen können.

Ist die Beziehung zwischen der Schweiz und Frankreich in diesem Jahr besonders wichtig? Denn die Umstände sind ja dieses Jahr ein bisschen anders.

Das Leben bringt Höhen und Tiefen. Die Beziehungen zwischen Staaten sind auf lange Frist angelegt. Wir sind momentan am Arbeiten, eine Arbeitsgruppe wurde geschaffen, um für die Verbesserung des Steuerabkommens zwischen Frankreich und der Schweiz zu arbeiten. Wir werden unsere Arbeit fortsetzen.

Und wenn die Schweiz das Steuerabkommen nicht ratifiziert? Es ist bereits von einem Referendum in der Schweiz die Rede.

Ich hoffe, dass wir den Weg zu einer Einigung finden werden, der es erlaubt, den Prozess der Ratifizierung zu Ende zu führen, um die finanziellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu stabilisieren.

Sie fahren bald nach Davos, Sie kennen die Schweiz gut. Die Schweiz hat dieses Jahr viel internationalen Druck erleben müssen. Hat sich für Sie das Bild der Schweiz in diesem Jahr verändert?

Es ist unabdingbar, dass alle Länder Bemühungen unternehmen, um die fehlende Transparenz der Informationen zu beseitigen. Ich denke, dass die Schweiz ihren Anteil an dieser Arbeit übernimmt und dies weiterhin tun wird.

Eine Basis des neuen Kapitalismus ist die völlige Transparenz der Informationen, um sicherzustellen, dass die internationalen Finanzströme, insbesondere der Hedge Fonds und des Sektors der Private Equity, korrekt erfolgen. In diesem Kontext müssen wir uns alle verbessern.

Nächstes Jahr präsidiert Frankreich die G20. Die Schweiz möchte gerne daran teilnehmen. Würden Sie der Schweiz helfen, dass es eine G21 gibt?

Wir müssen ein System finden, in dem die grösstmögliche Anzahl von Staaten am Prozess beteiligt sind und einbezogen werden. Ich habe dafür noch keine Lösung.

Heisst das, dass die Schweiz beim G20 mitreden könnte?

Der G20 muss einschliessend und nicht ausschliessend sein. Aber er muss auch effizient bleiben. Einer der Schlüssel seiner Effizienz war die kleine Anzahl an Staatschefs und Regierungen am Verhandlungstisch. Man muss das richtige Gleichgewicht finden zwischen der Anzahl der Beteiligten und Effizienz. Dies könnte vielleicht durch Repräsentationsmechanismen erfolgen.

Und würden Sie dort der Schweiz helfen? Werden Sie darüber in Davos diskutieren?

Ich mag die Schweiz und freue mich, die nächste Woche in Davos zu sein und das schöne Land wiederzusehen.

Aber kann Frankreich der kleinen Schweiz diesbezüglich helfen?

Die Schweiz ist nicht klein, sie ist ein grosses Land.

(sf/hesa)

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B. Schwiizer, Schweiz

Verfasst am: 27.1.2010 8:47

BR Merz sollte endlich gehen

BR Merz hat einfach zu viele Fehler gemacht. Er... [1]  mehr

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N. horni, münchenstein

Verfasst am: 26.1.2010 20:59

danke an sf

gute idee und längst fällig auch die... mehr

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