WEF Davos 2010
Immer tiefere Sorgenfalten bei Politikern
Nachdem vor einem Jahr die Champagnerlaune am WEF wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise völlig verflogen war, steigt angesichts der Konjunkturerholung die Zuversicht bei den Wirtschaftskapitänen wieder. Dafür werden die Sorgenfalten bei den Politikern tiefer, die sich mit den Folgen des Desasters herumschlagen müssen.
Artikel bewerten
Artikel teilen
Vor einem Jahr hatten die Banker als Verantwortliche für den Scherbenhaufen die Köpfe eingezogen und das Rampenlicht am Weltwirtschaftsforum (WEF) gemieden. In den Vorjahren waren sie jeweils mit breiter Brust an den WEF-Podien aufgetreten. Sie überliessen nun die Bühne den Politikern, die sich mit Lösungsvorschlägen für die Krise überboten.
Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin las den WEF-Teilnehmern gleich in seiner Eröffnungsrede die Leviten. Der britische Premierminister Gordon Brown forderte ein gemeinsames Vorgehen der Staaten gegen die Krise und legte einen Drei-PunktePlan für einen Schutz der Sparer, Konjunkturprogramme und Steuersenkungen vor.
Gleichzeitig müssten auch weltweite Regeln für das Finanzsystem eingeführt werden, verlangte Brown. Derweil brachte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut ihre Idee eines Weltwirtschaftsrats aufs Tapet.
Ein Jahr später zeigt sich, dass das, was die Politiker mit grosser Geste vage ankündigten, bei der Umsetzung erhebliche Probleme aufwirft. Weltweit gültige Regeln für die Finanzmärkte dürften noch lange auf sich warten lassen.
Falls es überhaupt je so weit kommt. Denn der Widerstand der Banken gegen Regulierungsanstrengungen wurde umso stärker, je höher die Finanzmärkte nach ihrem Absturz wieder kletterten. Neue Vorschriften würden ja die Gewinne der Geldhäuser schmälern, die mittlerweile wieder reichlich fliessen.
Und so genehmigen sich zahlreiche Banker bereits wieder stattliche Boni, obwohl ihre Arbeitsplätze erst vor kurzem durch viele Milliarden Steuergelder gerettet worden waren. Dies sorgt reihum für rote Köpfe, weil sich Politiker und Behörden unfähig zeigten, der Selbstbedienung einen Riegel zu schieben.
Gleichzeitig müssen die Staaten und die Bevölkerung die Lasten der Rettungsmassnahmen tragen. Viele Staaten wie die USA oder Grossbritannien haben sich enorm verschuldet, einige stehen bereits nahe am Abgrund.
(sda/stom)
Meldungen im Tagesverlauf
- Brandkatastrophe in Katar: Mindestens 19 Tote
- Shaqiri erneut «Spieler des Jahres»
- Elvis-Grabstätte kommt unter den Hammer
- Ungefährdeter Sieg für die Ukraine
- Saudi-Arabien: «Schlampe» wegen lackierter Fingernägel
- Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
- SP könnte Steuerabkommen kippen
- Golden Gate Bridge im Lichterregen
- Annan ist schockiert über Massaker in Syrien
- Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
- Wacker Thun verpasst Titel knapp
- 18 Milliarden Euro Hilfen für griechische Banken
- Sion verbleibt in der Super League
- Zwei Tote bei Absturz von Schweizer Flugzeug in Deutschland
- «Solar Impulse» bleibt vorläufig in Madrid
- ISS-Bewohner packen den Drachen aus







R. S., A.
Verfasst am: 26.1.2010 14:49
@Kathriner
Pass auf Kathriner, der Putin droht dir schon mit... mehr
Zustimmen
Ablehnen
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten
W. Kathriner, Sarnen
Verfasst am: 26.1.2010 12:59
und solche Kleinkrämer-Egoisten
wie die Schweiz, wehren sich mit allen... mehr
Zustimmen
Ablehnen — 2 Leser sind anderer Meinung.
Heiklen Inhalt melden antworten
Heiklen Inhalt melden antworten