Inhalt

Erdbeben in Haiti

Starkes Nachbeben erschüttert Haiti

Montag, 25. Januar 2010, 4:05 Uhr, Aktualisiert 16:03 Uhr

Haiti ist am Sonntag wieder von einem starken Nachbeben erschüttert worden. Es hatte eine Stärke von 4,7, wie die US-Erdbebenwarte mitteilte. Berichte über neue Schäden lagen zunächst nicht vor. Es war eines von rund 50 Nachbeben, die Haiti seit dem verheerenden Erdstoss vom 12. Januar erschüttert haben. Die Zahl der bestätigten Todesopfer ist inzwischen auf über 150'000 gestiegen.

Videoplayer
150'000 Tote / US-Mission in Haiti

Die tatsächliche Zahl liegt aber vermutlich noch höher, da darin weder die Opfer ausserhalb der Hauptstadt noch die Toten enthalten sind, die von ihren Angehörigen verbrannt oder sofort beerdigt wurden.

Inselgruppe Guadeloupe erschüttert

Etwa gleichzeitig mit dem Nachbeben auf Haiti erschütterte ein Beben der Stärke 5,1 die karibische Inselgruppe Guadeloupe östlich von Haiti.

Bild Ein Kind malt ein Bild in einer Rot-Kreuz-Station.
Über 600'000 Haitianer sind noch immer ohne Dach über dem Kopf, weil das Beben ihre Wohnungen zerstörte. reuters

Das Epizentrum lag demnach rund 35 Kilometer ost-nordöstlich von Grand-Bourg. Es lagen zunächst keine Meldungen über Schäden oder eine Tsunami-Warnung vor.

Rund 130 Verschüttete lebend geborgen

Die Suche nach Verschütteten ist inzwischen offiziell eingestellt worden, doch wie durch ein Wunder konnte am Wochenende noch ein Überlebender aus den Trümmern geborgen werden. Der 23-Jährige wurde am Samstag, elf Tage nach dem verheerenden Erdbeben in dem Karibikstaat, in einem eingestürzten Lebensmittelladen gefunden.

Seit dem Erdbeben am 12. Januar wurden nach Angaben der Vereinten Nationen rund 130 Verschüttete gerettet.

Über 600'000 Menschen ohne Dach über dem Kopf

In der Umgebung der Hauptstadt Port-au-Prince seien noch immer etwa 609'000 Menschen ohne jegliches Obdach, berichtete die UNO-Organisation für Migration (IOM) in Genf unter Berufung auf die Regierung Haitis. Es würden dringend Zelte benötigt, sagte IOM-Sprecher Jean-Philippe Chauzy in Genf.

Andererseits verliessen immer mehr Bewohner die Hauptstadt: Mehr als 130'000 hätten bereits das Angebot der Regierung angenommen und seien in den Norden und den Südwesten gegangen.

(agenturen/halp)

Kommentare aktiv...
Dieser Artikel wurde archiviert. Die Kommentarmöglichkeit wurde deshalb deaktiviert. Vielen Dank für Ihr Interesse.