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Erdbeben in Haiti

Ärzte im Katastrophen-Einsatz: «Eine extreme Herausforderung»

Montag, 25. Januar 2010, 20:34 Uhr, Aktualisiert 26.01.2010, 15:45 Uhr

Martin Weber ist Allgemein- und Tropenmediziner. Sein Spezialgebiet sind Einsätze in Katastrophengebieten. Mitte Februar fliegt Weber mit der so genannten zweiten Schicht vom Roten Kreuz nach Haiti, um den Opfern des Erdbebens zu helfen. «Puls» wollte wissen, woran nach der akuten Phase gedacht werden muss und wie die Ärzte darauf vorbereitet werden.

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Katastrophenarzt Martin Weber

Sehr wahrscheinlich wird er als Arzt in einem der Feldspitäler nahe Port-au-Prince Verletzte versorgen. In Kursen gibt er sein Wissen weiter und versucht interessierte Ärzte auf die ungewohnte Arbeit in Katastrophengebieten vorzubereiten.

«Am Anfang braucht es Generalisten. Der Arzt muss unter Umständen vor Ort auch Geburten durchführen können. Er muss chirurgische Eingriffe vornehmen, Infektionen verhindern, die Seuchenbekämpfung ist ein wichtiges Thema und diplomatisches Geschick bei Verhandlungen ist oft gefragt. «Vor allem, wenn das Militär präsent ist», weiss Martin Weber.

Kriegschirurgen geben Rat

Nach einem Erdbeben wie auf Haiti gibt es in den ersten Tagen natürlich eine grosse Zahl Schwerverletzter. In den Ausbildungsgängen werden deshalb erfahrene Kriegschirurgen beigezogen. «Diese erklären, welche Massnahmen wichtig sind, ohne gleich operieren zu müssen.» erklärt Rotkreuz-Arzt Martin Weber.

«Wie lagert man einen Verletzten richtig? Wie verhindert man eine tödliche Infektion? Wie schneidet man eine Wunde grossflächig aus? Das muss man lernen und vor allem im entsprechenden Moment auch richtig anwenden. Auch wenn man es das erste Mal macht.»

Fordernde Arbeit

Die medizinische Grundausbildung müssen Ärzte, die in Krisengebieten arbeiten wollen, mitbringen. Martin Weber hat sich in vielen Gebieten der Medizin in den letzten Jahren weitergebildet. Er hat dabei einem erfahrenen Gynäkologen über die Schulter geschaut und sein Wissen in Innerer und Tropenmedizin vertieft.

Privates Engagement, das Martin Weber bis heute nicht bereut hat: «Es ist eine Arbeit, die mich extrem herausfordert. Mich faszinieren ganz generell Situationen, die nicht vorhersehbar sind. Und wenn ich dank meinem beruflichen Hintergrund noch Menschen in Not helfen kann, befriedigt mich das enorm und dann nehme ich gerne alle Widrigkeiten in Kauf.»

(sf)

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