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Erdbeben in Haiti

US-Sender: «Selbstdarstellung» im Krisengebiet

Sonntag, 24. Januar 2010, 18:26 Uhr, Aktualisiert 25.01.2010, 7:30 Uhr

Tue Gutes und zeige es. Unter diesem Motto handeln viele US-Fernsehsender in Haiti. Die grossen Sender wie CNN, NBC oder ABC haben neben Journalisten auch ihre Medizin-Fachleute ins Katastrophengebiet geschickt. Und über deren Hilfseinsätze wird breit berichtet.

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CNN-Chefdoktor Sanjay Gupta erklärt das Elend der Menschen, die miserable Versorgungslage in den Spitälern und greift dann vor laufender Kamera auch gleich selbst zum Skalpell.

Er operiert ein kleines Baby mit Kopfverletzungen und sein Sender zeigt den Einsatz des ausgebildeten Neurochirurgen immer wieder aufs Neue.

Zwischendurch twittert Gupta, der anfangs auch als Gesundheitsminister Barack Obamas im Gespräch war:

«Es tut mir so leid, dass ich die Show heute nicht moderieren kann, konnte nicht aus dem Feld-Lazarett weg.»
Sanya Gupta, Doktor CNN

Es tue im so leid, dass er seine Show nicht moderierten konnte, da er nicht aus dem Feld-Lazarett weg kam. Wenn die CNN ihn nicht feuere, verspreche er, dass er die Show morgen wieder macht.

Gefahr der Selbstdarstellung

Stephen Ward vom Zentrum für journalistische Ethik an der Universität von Wisconsin, hat ein ungutes Gefühl dabei. Er verstehe den Willen der Reporter zu helfen.

Eine derart «emotions-basierte» Berichterstattung könne aber manipulativ werden und den Verdacht wecken, sie diene der Selbstdarstellung, kritisierte Ward in der «Washington Post».

Medienwissenschafter James Naughton pflichtet dem bei. Er würde in einer Situation wie in Haiti sicher helfen, jemand unter den Trümmern zu retten.

«Ich würde auch helfen, aber wohl nicht darüber berichten.»
Stephen Ward, Universität Winsconsin

Er würde aber wohl nicht darüber berichten, weil einfach das Risiko bestehe, dass sich dann die Geschichte nur noch um den Reporter selbst drehe, schrieb Naughton in einem Beitrag der US-Zeitung «Philadelphia Inquirer» über den «Emo-Journalismus».

Verletzte bergen

Ungeachtet dieser Bedenken arbeiten auch die anderen Korrespondenten der grossen US-Sender in einer Doppelrolle als Berichterstatter und Helfer.

Bild Porträt Anderson Coopers
Anderson Cooper ist einer der bekanntesten Reporter von CNN. reuters

So hilft CNN-Starkorrespondent Anderson Cooper, der als einer der ersten nach dem Beben auf Haiti eintraf, vor laufender Kamera verletzten Menschen zu helfen.

Dieses Video ist für sensible Zuschauer nicht geeignet. Anderson Cooper hilft «live» einem stark blutenden Jungen (engl).

Seine Rettungsaktion wurde im Sender immer wieder aufs Neue ausgestrahlt. Auch Sender in Europa zeigten die Bilder.

Adoption ermöglicht

Der US-Sender ABC berichtet stolz, wie seine Korrespondentin Robin Roberts, eine vierjährige Waise mit ihren Adoptiveltern in Iowa zusammenzuführte (wie im nebenstehenden Link zu sehen ist).

Ein Paar aus Iowa hatte das kleine Mädchen schon adoptiert, nur hatte nach einem dreijährigen Prozedere noch das Visum gefehlt. Als das Erdbeben kam und das Waisenhaus zerstörte, brach der Kontakt ab.

Die ABC-Korrespondentin schaffte es nach eigenen Angaben unter grössten Schwierigkeiten, sich zu dem zerstörten Waisenhaus durchzuschlagen und das Mädchen Esther zu finden. Über Telefon informierte sie die Adoptivmutter im fernen Iowa, die vor laufender ABC-Kamera ihre Tränen kaum unterdrücken konnte.

(thomas müller/sda/rufi)

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V. meier, olten

Verfasst am: 26.1.2010 0:45

neidisch auf die usa

anders kann man es nicht sagen. welch ein hass... [2]  mehr

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O. toneatti, bern

Verfasst am: 25.1.2010 13:25

Für Ihre Hilfe im Haiti

werden die Amerikaner dort das Land besetzen und... mehr

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D. Münger, Zürich

Verfasst am: 25.1.2010 4:12

Wow. Gibt es immer

noch Menschen, die die Amis bewundern? Ein Volk... [1]  mehr

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