Erdbeben in Haiti
Ergreifende Bilder von der Rettung auf Haiti
Auch am Samstag konnte noch ein Überlebender aus den Erdbeben-Trümmern in der Hauptstadt Port-au-Prince gerettet werden. Damit stieg die Zahl der seit dem 12. Januar lebend Geborgenen auf 133. Doch jetzt hat die haitianische Regierung die Phase der Such- und Rettungsarbeiten für beendet erklärt, teilte das UNO-Büro für humanitäre Hilfe (OCHA) in Genf mit.
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Der zuletzt geborgene 24-Jährige hatte in der Hauptstadt Port-au-Prince in einem Hohlraum unter einem Geschäftshaus überlebt. Er wurde sofort intravenös mit Flüssigkeiten versorgt und auf einer Bahre abtransportiert, wie der französische Zivilschutz mitteilte.
Am Freitag waren eine 84-jährige Frau und ein 22 Jahre alter Mann gerettet worden. Trotz dieser Hoffnungsschimmer war die Zahl der Geretteten in den vergangenen Tagen insgesamt immer weiter zurückgegangen. Die Regierung habe sich daher «nach Beratungen mit internationalen Experten» dafür entschieden, die Suche offiziell einzustellen, sagte OCHA-Sprecherin Elisabeth Byrs.
67 Hilfsteams mit 1900 Rettungskräften
In dem Katastrophengebiet waren zuletzt bis zu 67 Hilfsteams mit gut 1900 Rettungskräften und 160 Spürhunden im Einsatz. Die ersten Suchtrupps mit leichtem Gerät seien bereits wieder auf dem Weg nach Hause, sagte Byrs. Die Arbeiten würden aber fortgesetzt, «um nach Leichen zu suchen», sagte Byrs. Laut Angaben der UNO wurden bisher mehr als 111'000 Leichen geborgen.
Vor allem Rettungsteams mit schwerem Gerät arbeiteten weiter, um grosse Trümmerteile aus dem Weg zu räumen, sagte Byrs.
Bestätigte Opferzahl gestiegen
Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg derweil nach Regierungsangaben auf über 150'000. Die tatsächliche Zahl liegt aber noch weitaus höher, da darin weder die Opfer ausserhalb der Hauptstadt noch die Toten, die von ihren Angehörigen verbrannt oder sofort beerdigt wurden, enthalten sind.
Bei der Bekanntgabe der neuesten offiziellen Opferzahl bezog sich die haitianische Kommunikationsministerin Marie-Laurence Jocelyn Lassegue auf das staatlichen Unternehmen CNE, das für die Bestattung der Leichen aus dem Grossraum Port-au-Prince in einem Massengrab nördlich der Hauptstadt zuständig ist.
Zwei Millionen Lebensmittelrationen
Hunderttausende Menschen leben nach der Zerstörung ihrer Wohnungen in Zeltlagern, jeden Tag steigt die Zahl der Flüchtlinge aus Port-au-Prince und anderen stark zerstörten Städten. Nach UNO-Angaben nutzten bislang mehr als 130'000 Menschen das Angebot der Regierung, sie kostenlos in andere Städte zu fahren.
Nach dem Ende der Rettungsarbeiten stehe nun die Versorgung der Überlebenden im Vordergrund, sagte OCHA-Sprecherin Byrs. Allein am Freitag hatte das Welternährungsprogramm (WFP) zwei Millionen Lebensmittelrationen an die Betroffenen verteilt. Inzwischen wurde der Hafen von Port-au-Prince teilweise wieder geöffnet. Die Wiederaufnahme des Hafenbetriebs dürfte die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten verbessern.
Tränengas-Einsatz bei Hilfsgüter-Verteilung
Bei der Verteilung von Hilfsgütern in Haiti haben UNO-Truppen am Samstag Tränengas eingesetzt und Warnschüsse abgefeuert. Wie ein AFP-Reporter berichtete, ereignete sich der Zwischenfall auf einem ehemaligen Militärflugplatz in der Hauptstadt Port-au-Prince. Hunderte Überlebende der Erdbebenkatastrophe hätten zunächst ruhig in Zweierreihen angestanden, um Nahrungsmittel, Wasser und Radiogeräte zu erhalten.
Dann habe es kleinere Rangeleien gegeben, schliesslich habe sich die Menge auf die zu verteilenden Güter gestürzt. Brasilianische UN-Blauhelme hätten daraufhin Warnschüsse in die Luft abgegeben und Tränengas eingesetzt.
Erstmals machten auch wieder Geldtransfer-Firmen und Banken sowie Restaurants und ein scharf bewachter Supermarkt auf. In einigen Gegenden zog eine Art normaler Alltag wieder ein. Laut OCHA sind auch 30 Prozent der Tankstellen wieder in Betrieb.
Tausende Katholiken nahmen in der Nähe der eingestürzten Kathedrale unter freien Himmel an einer Trauerfeier für den durch das Beben getöteten Erzbischof von Haiti, Serge Joseph Miot, teil. Unter den Teilnehmern waren zahlreiche Geistliche und der haitianische Präsident René Préval.
US-Stars sammeln für Erdbebenopfer
Mit einer gigantischen Spendengala haben us-amerikanische Stars 58 Millionen Dollar für die Opfer des Erdbebens in Haiti gesammelt. Die Fernsehshow wurde weltweit übertragen.
George Clooney übernahm die Moderation, zusammen mit dem aus Haiti stammenden Musiker Wyclef Jean. Musiker sangen für die Überlebenden der Naturkatastrophe und Schauspieler erzählten von einzelnen Schicksalen.
Für Montag ist im kanadischen Montreal eine Krisenkonferenz geplant. Mehr als 20 Länder wollen dort über die Koordination der Hilfe diskutieren, darunter die USA, Spanien, Frankreich, Brasilien, Mexiko und Argentinien.
Um eine Konferenz der Geberländer, die möglicherweise im März stattfinden soll, vorzubereiten, werden auch Vertreter der UNO, der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) erwartet.
(agenturen/halp/rufi)
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M. Strässle, Romanshorn
Verfasst am: 24.1.2010 0:50
EMF und ELF
Das währ doch mal was für eine Recherche,... mehr
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