Erdbeben in Haiti
USA fahren für Sicherheit in Haiti Truppen auf
Sechs Tage nach dem verheerenden Erdbeben rollt die internationale Hilfe für Haiti. Der Flughafen von Port-au-Prince ist jedoch weiter völlig überlastet. Zudem macht die zunehmende Gesetzlosigkeit Überlebenden und Hilfsorganisationen zu schaffen, vor allem in der Hauptstadt Port-au-Prince. Nun wollen die USA Truppen entsenden.
- 19.01.10: Hilflose Kinder irren in Haiti umher
- Erdbeben in Haiti
- 70'000 Leichen in Massengräbern - Notstand ausgerufen
- 17.01.10: Schweizer Hilfe erreicht nun Haiti
- 17.01.10: Ban Ki Moon nimmt Augenschein in Haiti
- 17.01.10: Hoffnung und Verzweiflung in Port-au-Prince
- 17.01.10: Federer sammelt mit Tennisstars für Erdbebenopfer
- 17.01.10: Hilfe dringt langsam nach Port-au-Prince
- 16.01.10: UNO: Katastrophe mit historischem Ausmass
- 16.01.10: «Die Menschen fühlen sich traurig und leer»
- 16.01.10: «50'000 Leichen bereits geborgen»
- 16.01.10: Schweizer beim Beben in Haiti verletzt
- 15.01.10: SF-Sonderkorrespondent: «Die Lage ist vollkommen chaotisch»
- 15.01.10: Haiti befürchtet den Ausbruch von Seuchen
- Glückskette
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Die Regierung Haitis hat derweil den Ausnahmezustand ausgerufen, um gegen chaotische Zustände und Unruhen vorgehen zu können. Der Notstand soll vorerst bis Ende des Monats gelten. Die Regierung in Port-au-Prince bat zudem die USA, für die Sicherheit zu sorgen und beim Wiederaufbau zu helfen.
Ban will UNO-Friedenstruppe aufstocken
Dazu sollen nun 3500 US-Soldaten die UNO-Truppe sowie die örtliche Polizei verstärken. Insgesamt wollen die USA über 12'000 Militärangehörige im verwüsteten Land stationieren. Auch die EU plant die Entsendung von 140 bis 150 Polizisten.
Sie sollen dort die UNO-Truppen unterstützen, wie Spaniens Aussenminister Miguel Angel Moratinos erklärte. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte zudem eine Aufstockung der Blauhelmtruppen um 1500 Polizisten und 2000 Soldaten an.
Die EU hat 400 Mio. Euro für Haiti bewilligt. Zu dem Paket gehören 137 Mio. Euro kurzfristige Notfallhilfe und bis zu 300 Mio. Euro für den mittel- und langfristigen Bedarf, sagte Entwicklungshilfekommissar Karel de Gucht nach einem Krisentreffen der Aussen- und Entwicklungsminister in Brüssel.
Plünderungen und Schüsse
Neben den gewaltigen logistischen und medizinischen Herausforderungen wird die Sicherheit zum grössten Problem in Port-au-Prince. Nach Polizeiangaben liefern sich Plünderer in der Innenstadt Feuergefechte mit der Polizei. Am Wochenende war es bereits zu ersten Lynchmorden gekommen.
Das Chaos behindert auch die Verteilung der Hilfsgüter, die inzwischen in grossen Mengen eintreffen. Wegen Staus ist die Lieferung auf dem Landweg über die rund 300 Kilometer lange Strecke vom Nachbarland Dominikanische Republik fast unmöglich.
Auch der Flughafen von Port-au-Prince und die Zugangsstrassen zur Hauptstadt sind nach Angaben des UNO-Koordinationsbüros für humanitäre Hilfe (OCHA) weiter völlig überlastet. Für neue Güter gebe es bis Mittwochmorgen keine Lagermöglichkeiten mehr, teilte OCHA mit.
Aber auch die US-Truppen, die inzwischen den Flughafen kontrollieren, scheinen an der Situation nicht ganz unschuldig zu sein. Sie sollen die einzige Piste vor allem für die Evakuierung von US-Bürgern beanspruchen, während Flüge mit Hilfslieferungen auf Nachbarinseln umgeleitet werden. So erhielt etwa eine Maschine mit einem aufblasbaren Spital von «Ärzte ohne Grenzen» keine Landeerlaubnis.
Amputation auf der Strasse
Dabei fehlt es vor allem in Port-au-Prince noch immer an sauberem Wasser, Nahrung, medizinischer Ausrüstung und Notunterkünften. Retter im Katastrophengebiet berichten von erschütternden Zuständen.
Manchen Verletzten würden zerquetschte Gliedmassen auf offener Strasse amputiert, berichtete etwa ein Mitarbeiter von der Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen». Tausende Kinder irren ohne Betreuung durch die zerstörte Stadt.
Das Kinderhilfswerk «Terre des hommes» warnte vor Kinderhändlern und Schleppern. Kinderhändler würden erfahrungsgemäss Notlagen wie jetzt in Haiti ausnutzen, teilte die Hilfsorganisation mit. Frankreich und die Niederlande haben inzwischen damit begonnen, verletzte Kinder auszufliegen.
Die genaue Zahl der Opfer ist weiter unklar, mittlerweile wird aber mit bis zu 200'000 Toten gerechnet. Rund 70'000 Leichen seien bereits geborgen, sagte Ministerpräsident Jean-Max Bellerive dem US-Fernsehsender ABC. Obwohl es Berichte über Gerettete gibt, sinken nach Ansicht von Experten die Chancen, die noch verschütteten Opfer lebend zu retten.
Voraussichtlich am 25. Januar wird sich die Weltgemeinschaft auf einer Konferenz in Montréal über den Wiederaufbau Haitis abstimmen. Bei einem Sondergipfel am 11. Februar wollen sich auch die Staats- und Regierungschefs der EU mit der Lage des bitterarmen Karibikstaates befassen.
(sda/bosy)
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V. meier, olten
Verfasst am: 18.1.2010 23:04
was oswald & co
hier ueber die usa schreiben ist schlicht... mehr
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H. Oswald, Hochdorf
Verfasst am: 18.1.2010 19:20
Prestige auf Kosten der armen Bevölkerung
Obama will doch nur gut dastehen. Die USA ziehen... mehr
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W. Helfer, Zürich
Verfasst am: 18.1.2010 16:16
Das Chaos in Haiti wird
noch weiter gehen. Obama hat sich Bush und... mehr
Zustimmen — 9 Leser sind auch dieser Meinung.
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