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Erdbeben in Haiti

Kritik an US-Truppen in Haiti

Deborah Pasmantier und Dave Clark
Montag, 18. Januar 2010, 17:21 Uhr, Aktualisiert 18:10 Uhr

Abgewiesene Flugzeuge voller Hilfsgüter, hunderte Flüchtlinge, die auf ihre Evakuierung warten, tonnenweise Nahrungsmittel, die keiner verteilt: Auf dem von US-Truppen kontrollierten Flughafen der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince herrscht noch immer Chaos. Gleichzeitig wächst die Kritik an den US-Truppen.

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«Lasst uns die Landebahn stürmen», brüllt ein verzweifelter Mann. «Sie fliegen nur die Amerikaner aus und nicht die anderen», kritisiert ein anderer.

Nur Personen mit US-Pässen werden ausgeflogen. (unkommentiert)

«Nur amerikanische Pässe», ruft ein Angehöriger des US-Aussenministeriums in französischer Sprache am Eingang des Flughafens, wo sich hunderte Flüchtlinge drängen. Diplomaten anderer Staaten versuchen wütend, eigene Landsleute zu wartenden Flugzeugen zu führen.

US-Truppen hatten am Freitag in Absprache mit der haitianischen Regierung die Kontrolle über den beim Erdbeben beschädigten Flugplatz Toussaint L'Ouverture übernommen.

Nun wird den USA vorgeworfen, die einzige Landebahn des kleinen Flughafens für die Evakuierung von US-Bürgern zu beanspruchen. Die US-Botschaft dementiert dies. In Haiti leben 40'000 bis 45'000 US-Bürger.

Landeerlaubnis entzogen

Rund 200 französische Staatsbürger hatten die Nacht auf Samstag auf der Landebahn verbracht, nachdem ihre Evakuierung auf die französische Karibikinsel Guadeloupe am Freitag gescheitert war. In letzter Minute war einem Flugzeug, das sie dorthin bringen sollte, die Landeerlaubnis entzogen worden. Am Samstag wurden sie schliesslich ausgeflogen.

Andere warteten weiter: «Ich war im Christopher Hotel und wurde herausgezogen, die anderen nicht» erzählt am Wochenende eine Angestellte der UNO-Mission in Haiti. «Jetzt möchte ich nach Frankreich zurückkehren. Ich habe nichts mehr, und jetzt sitze ich hier fest», fügt sie wütend hinzu.

Diplomatische Irritationen

Das Durcheinander am Flughafen sorgte auch für diplomatische Irritationen. Der französische Staatssekretär für Zusammenarbeit, Alain Joyandet, teilte mit, er habe bei der US-Botschaft offiziell Protest eingereicht, nachdem ein französisches Flugzeug mit einem Feldlazarett an Bord abgewiesen wurde. Ein Sprecher des französischen Aussenministeriums dementierte die Protestnote später. Das Flugzeug durfte schliesslich doch noch landen.

Kritik kommt auch von der haitianischen Regierung: «Es gibt grosse Koordinierungsprobleme am Flughafen» sagte am Wochenende Regierungsvertreter Michel Chancy. «Die Haitianer werden über die Ankunft von Flugzeugen nicht unterrichtet. Wenn sie dann landen, dann übernimmt niemand die Ware und grosse Mengen von Gütern kommen ohne Koordination an.»

Flüge mit medizinischer Ausrüstung und Nahrungsmitteln aus Argentinien, Mexiko und Peru wurden nach Angaben von Vertretern der USA und der UNO in die Dominikanische Republik und auf benachbarte Inseln umgeleitet.

Auf Einladung hier

US-Aussenministerin Hillary Clinton betonte am Samstag bei einem Blitzbesuch auf dem Flughafen, die USA seien auf Einladung der haitianischen Regierung hier: «Wir sind heute hier, wir werden morgen hier sein und in der Zeit, die vor uns liegt.» Die US-Armee schickt mehr als 10'000 Truppen in den schwer verwüsteten Karibikstaat. Kritik wies Clinton als «nicht zutreffend» zurück.

Der US-Botschafter in Haiti, Kenneth Merten, räumt hingegen Schwierigkeiten ein. «Es ist normal, dass es Frustrationen gibt», sagte er. Dafür seien vor allem Kommunikationsprobleme verantwortlich. «Sobald es Handy-Empfang gibt, wird es viel besser funktionieren.»

Kommentare aktiv...

B. Hotz, Uster

Verfasst am: 19.1.2010 11:44

Unfähig

Die Amis sind einfach unfähig [3] 

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P. Beutler

Verfasst am: 19.1.2010 10:16

Nicht nur die USA, sondern noch mehr Brasilien und Venezuela

engagieren sich in Haiti. All diese Staaten sind... [1]  mehr

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E. Blindenbacher, Entenhausen

Verfasst am: 19.1.2010 8:56

W. Kathriner

Unglaublich was sie hier rauslassen. Leute wie... mehr

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