International
Chronik der iranischen Proteste
Im Iran reissen die Proteste seit der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad nicht ab. Lesen Sie die wichtigsten Entwicklungen seit der Abstimmung vom 12. Juni in unserem Zeitraffer.
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13. Juni: Ahmadinedschad gewinnt die Präsidentschaftswahl nach offiziellen Angaben mit fast 63 Prozent der Stimmen. Sein reformorientierter Herausforderer Mir Hussein Mussawi ist den Angaben zufolge mit 34 Prozent weit abgeschlagen. Tausende Regierungsgegner gehen auf die Strasse.
15. Juni: Sieben Menschen kommen staatlichen Medien zufolge bei einer Grossdemonstration von Mussawi-Anhängern in Teheran ums Leben. Auch in anderen Landesteilen kommt es zu Protesten.
16. Juni: Zehntausende Mussawi-Anhänger demonstrieren erneut, das Ahmadinedschad-Lager organisiert eine Gegendemonstration. Die Behörden untersagen ausländischen Journalisten, ihre Büros zu verlassen, um über die Demonstrationen zu berichten.
17. Juni: Wieder ziehen Tausende Demonstranten durch Teheran. Weitere Oppositionelle werden nach Angaben der Reformbewegung verhaftet.
18. Juni: Tausende Mussawi-Anhänger trauern um die Demonstranten, die bei den Protesten ums Leben gekommen sind.
19. Juni: Das geistliche Oberhaupt des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, macht die Führer der Reformbewegung für das Blutvergiessen bei den Protesten verantwortlich. Zugleich stärkt er Ahmadinedschad den Rücken und betont, die Wahl sei fair gewesen.
20. Juni: Polizisten gehen in Teheran mit Wasserwerfern und Tränengas massiv gegen Demonstranten vor. In Staatsmedien ist von 10 bis 13 Toten und über 100 Verletzten die Rede. 450 Menschen seien festgenommen worden.
26. Juni: Ein hochrangiges Mitglied der geistlichen Führung verlangt die Todesstrafe für die Anführer der Proteste.
28. Juni: Iranische Mitarbeiter der britischen Botschaft werden wegen einer Teilnahme an den Protesten festgenommen.
17. Juli: Weitere Zusammenstösse zwischen Polizei und ReformAnhängern
1. August: Beginn der Gerichtsverfahren gegen prominente Reform-Politiker, denen ein Umsturzversuch vorgeworfen wird.
5. August: Ahmadinedschad wird für seine zweite Amtszeit vereidigt.
8. August: Ein Gericht klagt neben Dutzenden Demonstranten eine Französin sowie zwei iranische Mitarbeiter der britischen und französischen Botschaft wegen Spionage und Umsturzes an.
4. November: Eine Grossdemonstration zum 30. Jahrestag des iranischen Sturms auf die US-Botschaft endet gewaltsam. Die Polizei geht brutal gegen Oppositionsanhänger vor.
22. November: Der frühere Vize-Präsident und Reformanhänger Mohammad Ali Abtahi wird zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Er war nach der Wahl verhaftet worden.
19. Dezember: Gross-Ajatollah Hossein Ali Montaseri, einer der hochrangigsten Unterstützer der Opposition, stirbt im Alter von 87 Jahren. Sein Tod löst neue Proteste aus.
24. Dezember: Die Regierung verbietet Trauerfeiern für Montaseri bis auf wenige Ausnahmen.
27. Dezember: Die Proteste eskalieren. In Teheran und mindestens einer weiteren Stadt erschiesst die Polizei laut Opposition mehrere Menschen. Die Polizei weist die Berichte zurück.
(sda/from)
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