Klimakonferenz
Obama: «Wir müssen noch viel weiter gehen»
Kurz vor seinem Abflug aus Kopenhagen räumte US-Präsident Barack Obama ein, dass die Staatengemeinschaft beim Kampf gegen den Klimawandel noch einen weiten Weg vor sich habe. Auch die meisten anderen Staatschefs äusserten sich verhalten euphorisch zum «Durchbruch» an der Klimakonferenz.
Bild
Obama lobte die Einigung als «sinnvoll» und in ihrer globalen Form «beispiellos». Jedoch gestand er ein: «Wir müssen noch viel weiter gehen.»
Er betonte, dass die erzielte Einigung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern unverbindlich geblieben sei. Auch die USA hätten sich rechtlich zu keinen konkreten Massnahmen für den Klimaschutz verpflichtet.
In den kommenden Monaten müsse nun weiteres Vertrauen zwischen reichen und armen Staaten gebildet werden, um ein umfassendes und auch rechtlich bindendes Klima-Abkommen beschliessen zu können, erklärte Obama.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Ergebnis des Klimagipfels in Kopenhagen sehr zurückhaltend bewertet. «Die Verhandlungen waren extrem schwierig, und ich muss auch sagen, dass ich das Ergebnis mit sehr gemischten Gefühlen sehe», sagte Merkel.
Zwar sei es gelungen, das Zwei-Grad-Ziel festzulegen. Das sei alles andere als selbstverständlich, sagte sie. Allerdings habe man sich nicht darauf einigen können, dass damit die Emissionen weltweit bis 2050 um die Hälfte gesenkt werden müssten. Folglich sei das Erreichen des Zwei-Grad-Ziels noch nicht gesichert.
«Es ist nicht, was wir erwartet haben», sagte der brasilianische Botschafter Sergio Barbosa Serra. «Trotzdem kann es eine Möglichkeit sein, etwas zu retten und den Weg für ein weiteres Treffen oder eine Reihe von Treffen im kommenden Jahr zu bereiten.»
Der neuseeländische Klimabotschafter Adrian Macey sprach von einem «bescheidenen Abkommen». «Ich betrachte Kyoto als einen ersten Schritt. Dies ist ein weiterer erster Schritt, ein globaler erster Schritt.» Insgesamt sei er aber über den Umgang der Vereinten Nationen mit dem Klimawandel entsetzt.
(agenturen/fref)



