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Klimakonferenz

Ban will «Lauf der Geschichte ändern»

Dienstag, 15. Dezember 2009, 15:34 Uhr, Aktualisiert 16.12.2009, 12:19 Uhr

An der UNO-Klimakonferenz in Kopenhagen sind die Beratungen auf Ministerebene offiziell eröffnet worden. «Wir wissen, was wir tun müssen. Wir wissen, was die Welt erwartet», sagte Ban vor den Delegierten aus 192 Staaten. Gleichzeitig hält die EU das Ziel, die CO2-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 30 Prozent zu reduzieren, anscheinend nicht mehr für erreichbar.

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«Unsere Aufgabe ist es, hier und jetzt, in unserem gemeinsamen Interesse eine Vereinbarung zu erreichen», sagte der UNO-Generalsekretär. Jetzt gebe es die Chance, «den Lauf der Geschichte zu ändern», den Ausstoss an Treibhausgasen zu verringern und die zu schützen, die diesen Schutz am dringendsten brauchten.

Ban forderte ein Ende der gegenseitigen Schuldzuweisungen. Die Unterhändler könnten nicht darauf setzen, dass alle Probleme «in letzter Minute» von den Staats- und Regierungschefs gelöst würden, sagte er vor seiner Ankunft.

Der britische Thronfolger Prinz Charles sagte in einer Rede, die globale Ausbeutung der Ressourcen durch den Menschen habe die Erde «an den Abgrund» geführt. Jetzt könne nur noch weltweites gemeinsames Handeln diese Krise überwinden.

Auch der britische Premierminister Gordon Brown, der australische Regierungschef Kevin Rudd und Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva sind in Kopenhagen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, US-Präsident Barack Obama und Brown wollten nach Angaben aus Paris in einer Telefonkonferenz über den Fortgang der Verhandlungen beraten.

Merkel hatte sich zuvor angesichts der bislang geringen Fortschritte besorgt gezeigt. «Ich will nicht verhehlen, dass ich schon etwas nervös bin, ob wir das alles schaffen», sagte sie in Berlin.

Dass solche grossen Konferenzen mit vielen unterschiedlichen Interessen immer wieder mal ins Stocken geraten könnten, sei bekannt. Aber bis zur Abschlussrunde am Freitag laufe die Zeit allmählich davon.

Jedes Land müsse jetzt seinen konstruktiven Beitrag leisten, damit Kopenhagen ein Erfolg werden könne, sagte Merkel. «Jetzt ist grosse Ernsthaftigkeit gefragt.»

Das Konferenzgeschehen selbst wurde zunehmend unübersichtlich. Auf der einen Seite setzten vor allem die USA und China ihr Pokerspiel fort und lehnten jegliche weitergehenden Verpflichtungen für ihre Staaten weiterhin ab.

Der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen warb für ein Bündnis der Europäer mit weiteren am Kyoto-Protokoll beteiligten Industriestaaten und mit den Entwicklungsländern, um den Druck auf die beiden Staaten zu erhöhen.

Zugleich versuchte die EU, Befürchtungen der Entwicklungsländer zu zerstreuen, die Industriestaaten wollten sich von den im KyotoProtokoll eingegangenen Verpflichtungen befreien. Dies hatte am Montag einen zeitweisen Konferenzboykott afrikanischer Staaten ausgelöst.

Die dänische Polizei nahm am Dienstag 17 junge Leute fest, die ein Treffen von Fürst Albert von Monaco mit einem Regierungsvertreter der Malediven stürmen wollten. In der Nacht zuvor war es in Kopenhagen erneut zu Ausschreitungen gekommen.

Die Polizei ging mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Fast 200 Teilnehmer eines Festes im «Freistaat Christiania» wurden festgenommen. Zuvor hatten kleine Gruppen in der Kopenhagener Innenstadt Barrikaden errichtet, Feuer entzündet und Brandsätze geworfen.

Die EU hält das Ziel, die CO2-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 30 Prozent zu reduzieren, anscheinend nicht mehr für erreichbar. Nach Informationen der «Financial Times Deutschland» haben die EU-Unterhändler alternative CO2-Abbauziele vorbereitet, die bei den finalen Gesprächen als Rückzugsposition dienen sollen.

Es könnten nur 26 Prozent sein, sagte ein EU-Unterhändler einem Vorabbericht zufolge. Denkbar sei auch, das 30-Prozent-Ziel erst 2025 zu erreichen. «Das sind die Optionen, die wir gerade durchrechnen», zitiert das Blatt den nicht genannten Unterhändler.

Die EU wollte von vornherein das 30-Prozent-Ziel in Kopenhagen nur vertreten, wenn sich auch andere grosse Treibhausgas-Produzenten wie die USA oder China bewegten. Danach sieht es derzeit aber nicht aus.

(sda/horm)

Kommentare aktiv...

M. Weber, Basel

Verfasst am: 16.12.2009 11:25

Jeder entscheidet selbst...

Länder, die nicht mitmachen gehören... mehr

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M. H., København NV

Verfasst am: 16.12.2009 1:06

Ein altes Sprichwort...

Abwarten und Tee trinken oder einen Kaffee wer... mehr

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