Klimakonferenz
Ringen auf den Strassen und in Verhandlungszimmern
Mehr als 100'000 Demonstranten auf der Strasse und rund 1200 Festnahmen lautet die Bilanz der zweitägigen Proteste an Rande des Kopenhagener Weltklimagipfels. Bei der Grossdemonstration am Samstag wurden knapp 1000 Menschen vorläufig festgenommen, am Sonntag kam es zu weiteren 200 Festnahmen wegen einer nicht genehmigten Kundgebung. Klima-Aktivisten protestierten gegen das Vorgehen der Polizei.
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Unterdessen trafen Umweltminister aus aller Welt, darunter der deutsche Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) oder der Schweizer UVEK-Chef Mortiz Leuenberger, in der dänischen Hauptstadt ein. Sie wollen die 46 Punkte des Entwurfs in den kommenden Tagen nach und nach durchgehen.
Die Punkte, in denen sie kein Einvernehmen erzielen, werden zur Entscheidung dann den rund 110 Staats- und Regierungschefs übergeben, die ab Donnerstag in Kopenhagen erwartet werden.
Auf dem Gipfel zeichnete sich am Sonntag ein neuer Streit zwischen reichen und armen Ländern ab. Die Industriestaaten kritisierten, dass die Schwellenländer im jüngsten Entwurf für ein globales Abkommen nicht genügend in die Pflicht genommen würden. Für deren Schadstoffausstoss müsse es eine angemessene Lösung geben, forderten die USA sowie die Europäische Union, Japan und Australien.
Die Demonstranten forderten auf ihrem weitgehend friedlichen Protestmarsch zum Gipfelgelände eine entschlossenere Bekämpfung der Erderwärmung. Als Mahnung erklangen überall in Dänemark die Glocken der Kirchen, um an die Gefahr der Erderwärmung zu erinnern.
Am Ende der Kundgebung ging die Polizei nach eigenen Angaben vorbeugend gegen eine Gruppe schwarz gekleideter Jugendlicher vor und nahm knapp 1000 Personen vorübergehend fest. 13 von ihnen waren am Sonntagvormittag noch in Gewahrsam, drei sollten wegen Übergriffen auf die Polizei dem Haftrichter vorgeführt werden.
Die Bereitschaftspolizisten in voller Montur schritten ein, als vermummte Aktivisten Steine auf die Gebäude der früheren Börse und des Aussenministeriums warfen. Ein Polizist wurde von einem Stein getroffen.
Ein Attac-Sprecher kritisierte, hunderte Demonstranten hätten stundenlang bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit Handschellen auf der Strasse ausharren müssen, bevor man sie abtransportiert habe.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnte weitere deutsche und europäische Vorleistungen am Wochenende strikt ab. «Wir werden nicht zulassen, dass Deutschland und die anderen europäischen Industriestaaten weit voran gehen beim Klimaschutz, andere nichts tun und dann Arbeitsplätze bei uns abwerben mit dem Argument 'weniger Kosten für den Klimaschutz'», sagte sie der «Bild am Sonntag». Dennoch hoffe sie, dass die Zusagen aus den anderen Weltregionen so ausfielen, dass Europa eine Reduzierung um 30 Prozent erreichen könnte. In Deutschland könnten es sogar bis zu 40 Prozent sein.
Auf dem Gipfel stehen sich derzeit Industrie- und Schwellenländer gegenüber: Laut dem bisher vorliegenden Entwurf für ein globales Abkommen sollen alle Länder ihre Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen bis 2050 gegenüber den Werten von 1990 um 50 bis 95 Prozent verringern. Die Industriestaaten sollen ihre Emissionen bereits bis 2020 um 25 bis 40 Prozent reduzieren. Der Text sieht vor, dass der globale Höhepunkt von CO2-Emissionen so bald wie möglich überschritten werden soll.
Der Leiter des UNO-Klimasekretariats, Yvo de Boer, lobte die Vorlage als Durchbruch bei den Verhandlungen. US-Klimabeauftragter Todd Stern meinte indes, den Industriestaaten werde zu viel abverlangt. Indien und China, die wegen ihrer hohen Umweltverschmutzung im Kreuzfeuer stehen, lehnten weitere Zusagen ab.
(ap/horm)
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E. Raouf, Gsteigwiler
Verfasst am: 14.12.2009 1:48
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mein beitrag wurde gelöscht. ich versuchs... mehr
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E. Raouf, Gsteigwiler
Verfasst am: 13.12.2009 23:52
lord christopher monckton
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