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Basler Erdwärme-Traum ist wohl ausgeträumt

Donnerstag, 10. Dezember 2009, 17:04 Uhr, Aktualisiert 20:57 Uhr

Der Standort Basel ist für die Nutzung der Geothermie «ungünstig». Gemäss einer Risikoanalyse ist die Gefahr für Erdbeben und Gebäudeschäden bei Bau und Betrieb zu gross. Das Pionierprojekt, das wegen einem leichten Erdbeben 2006 in die Schlagzeilen geriet, steht damit vor einem Scherbenhaufen.

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Geothermieprojekt gescheitert

Die zu erwartenden Sachschäden seien «gemäss dem Massstab der Störfallverordnung hinsichtlich der Häufigkeit des Auftretens und der Schadenssumme als nicht akzeptabel zu beurteilen», bilanziert die Kurzfassung der seismischen Risikoanalyse. Dazu haben sechs Firmen Messdaten und Modelle ausgewertet, mit Kosten von rund einer Million Franken.

Basel wird von Erdbeben erschüttert («Schweiz aktuell» vom 08.12.2006)

Die Analyse in Auftrag gegeben hatte der Kanton Basel-Stadt nach spürbaren Erdbeben vom Dezember 2006, welche die Bevölkerung erschreckt hatten. Nach jenen Stössen bis zur Stärke 3,4 wurde das Projekt auf Eis gelegt. Eine Versicherung bezahlte in der Folge rund neun Millionen Franken für zahlreiche kleinere Gebäudeschäden.

Die Risikoanalyse kommt nun zum Schluss, dass der Standort Basel für eine Geothermie-Nutzung in grosser Tiefe in kristallinem Gestein - eingepresstes Wasser hätte Wärme aus 5000 Metern Tiefe nutzbar machen sollen - schlicht «ungünstig» sei. Geplant war, via zwei Bohrlöcher Wasser quer durch Tiefenfels zu pressen und dabei auf so hohe Temperaturen aufzuheizen, dass die grüne Wärme rentabel genutzt werden kann.

Bild Im Vordergrund ein Schild beschriftet mit «Deep Heat Mining». Daneben, im Hintergrund,  ist der Bohrturm zu sehen.
Mit Hilfe von Wasser sollte aus rund 5000 Metern Tiefe Wärme «gefördert» werden. keystone

Zwar seien wegen dem Pionierprojekt keine Gross-Erdbeben zu erwarten wie im Jahr 1356, als die Stadt Basel in Schutt und Asche gelegt worden war. Ebenso wenig seien Infrastrukturbauten bedroht und Menschen gefährdet. Aufbau und Betrieb könnten aber insgesamt 200 Beben auslösen mit Stärken bis zu 4,5 - also heftiger als 2006.

Allein für den Aufbau, also während der Klüftung des Tiefengesteins mittels Wasserdruck, sei bei einem 12-km-Radius eine Schadensumme von etwa 40 Millionen Franken wahrscheinlich. Dass diese Summe gar über 600 Millionen Franken geht, sei zu etwa 15 Prozent wahrscheinlich. Und während den 30 Jahren Betrieb sei mit etwa 6 Millionen Franken Schäden im Jahr zu rechnen.

Die Träger des Pionierprojekts stehen mit dieser Risikoanalyse vor einem Scherbenhaufen: Die gewonnenen Erkenntnisse sind in der Tat wertvoll, wurden inzwischen doch rund 56 Millionen Franken ausgegeben. Ob sie jedoch kommerzialisiert werden können, ist offen. Zu weniger tiefen Bohrungen und anderen Standorten sagt die Analyse nichts.

Von den bisher insgesamt 56 Millionen Franken Investitionen ins Basler Geothermie-Projekt stammen 28 Millionen vom Kanton. Eine Fortsetzung wird nun auf gegen 120 Millionen geschätzt - einst geplant waren 80 Millionen Franken. Basel-Stadt hält 41,3 Prozent an der Projektträgerin Geopower AG; auch Zürich ist in geringem Mass beteiligt.

Die Risikoanalyse wurde just noch publiziert, bevor am Dienstag der Strafgerichtsprozess zu den Geothermie-Erdbeben beginnt. Angeklagt ist einzig der Chef der Bohrfirma. Ihm wird Sachbeschädigung und Verursachen einer Überschwemmung oder eines Einsturzes vorgeworfen. Dem Projekt waren mehrere Studien auch zum Risiko vorausgegangen.

(sda/stom)

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S. Glaser, Binningen

Verfasst am: 12.12.2009 6:04

Und anders nutzen?

Ich finde es sehr schade das es nicht... mehr

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S. wst

Verfasst am: 10.12.2009 22:29

Besser so...

Wenn es nicht funktioniert, sollte man es lassen.... mehr

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J. Noack

Verfasst am: 10.12.2009 18:54

Schade

Sehr Schade. Basel hätte ein vorzeigeprojekt... mehr

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