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Minarett-Verbot: «Muslime sollen Selbstkritik üben»

Mittwoch, 9. Dezember 2009, 16:14 Uhr, Aktualisiert 10.12.2009, 12:23 Uhr

Einer der meistgelesenen arabischen Autoren nimmt die Schweiz nach dem Ja zum Minarettverbot in Schutz. «Wenn man sich entscheidet, in einer anderen Kultur zu leben, muss man auch bereit sein, sich anzupassen», sagte der ägyptische Autor und Zahnarzt Alaa Al-Aswani gegenüber der «Rundschau».

Bild Minarett und Kante einer Moschee.
Der beliebte Autor Al-Aswani warnt vor einer gefährlichen Spirale zwischen Muslimen und Christen. keystone

Der erfolgreichste arabische Autor der Gegenwart geht mit seinen muslimischen Glaubensgenossen nicht zimperlich um. «Wir müssen uns doch als erstes Mal darum kümmern, ein positives Bild vom Islam zu vermitteln. Das, was durch die Medien geht, und wofür Kriminelle wie Osama Bin Laden verantwortlich sind, ist doch das Bild eines gewalttätigen Islam. Und das zerstört den Ruf unserer Religion.»

Al-Aswani kennt die Schweiz sehr gut. Trotz der vielen Plakate gegen Minarette hat Alaa Al-Aswani die Schweiz vor allem als ein tolerantes Land kennen gelernt, wie er sagt. Und er verteidigt es gegenüber den Kritikern aus Ägypten. «Eigentlich dürften wir überhaupt nichts sagen zu dem, was in der Schweiz passiert ist. Denn für unsere eigene Regierung ist das Wort 'Toleranz' ein Fremdwort. Ob es um Christen geht, Muslime oder wen auch immer.»

Bild Nahaufnahme Al-Aswani
Alaa Al-Aswanis Bücher wurden bereits in 23 Sprachen übersetzt. keystone

Al-Aswani spricht damit die Situation der Kopten, der christlichen Minderheit in Ägypten, an. Immer wieder werden Christen in Ägypten Opfer von tätlichen Übergriffen. Erst im September hat ein islamisches Rechtsgutachten den Bau von neuen Kirchen als Sünde bezeichnet. Die Rundschau machte einen Besuch in einer der Jahrhunderte alten christlichen Kirchen in Kairo.

Nur wenige sind bereit, über die Diskriminierungen zu sprechen. «Wir haben viele gut ausgebildete junge Leute in unserer Gemeinde. Aber es ist immer das selbe - wenn sie sich bewerben, sehen die Muslime auf dem Lebenslauf ihren christlichen Namen und das war's dann», sagt Khairy Ishak, ein christlicher Religionslehrer.

Freysinger als «Hitler» beschimpft (08.12.2009)
Oskar Freysinger. (keystone)

Anpassung oder Identitäts-Aufgabe?

Inwieweit sich Muslime anpassen müssen, war auch Thema in der Al-Dschasira-Talkshow mit SVP-Nationalrat Oskar Freysinger am Dienstagabend. Freysinger betonte, es dürfe nicht sein, dass religiöse Dogmen über das Gesetz gestellt würden. Sein Kontrahent Assam al-Tamimi griff Freysinger darauf scharf an: «Was Sie Integration nennen, heisst eigentlich Aufgabe der religiösen Identität!» Deshalb, so al-Tamimi, «sind Sie wie Hitler; genau das wollte Hitler auch.»

Alaa Al-Aswani weiss seit seiner Reise durch die Schweiz, dass die Behandlung der Christen in islamischen Ländern für viele ein Argument gegen den Bau von Minaretten ist. Er warnt jedoch vor einer gefährlichen Spirale. «Wenn sie das jetzt in der Schweiz mit den Muslimen so machen, weil die Christen hier nicht gut behandelt werden, dann werden hier wieder Fanatiker darauf antworten, und so geht das immer weiter. Wir müssen endlich ein Modell finden, wo sich alle Religionen gegenseitig respektieren.»

(sf/koua)

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B. Leser, Waubaubau

Verfasst am: 15.12.2009 2:52

Lest das ...

... und weiteres:... mehr

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F. S., St.Gallen

Verfasst am: 10.12.2009 19:27

Leichtgläubig

Ich finde es sensationell, dass 42 Leser einem... mehr

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E. Verena, Zürich

Verfasst am: 10.12.2009 13:07

Rundschau

Ich war begeistert von der Aussage von Herrn Alaa... mehr

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