Schweiz
Der Kampf um den Milchpreis
Fliegende Stiefel und «Milchseen»: Nach der Aufhebung der Milchkontingentierung haben Schweizer Bauern mit spektakulären Protestaktionen für Schlagzeilen gesorgt. Die sinkenden Preise drücken auf das Einkommen.
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- 29.06.09: Milch-Lobby stellt sich dem Preiskampf
- 30.05.09: «50 % der Milchbauern müssen Produktion einstellen»
- 29.01.09: Bund subventioniert Milchbauern zusätzlich
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Rund sieben Monate nach der Aufhebung der Milchkontingentierung kämpft die Branche weiterhin um den Milchpreis. Die vor über 30 Jahren eingeführten Zuteilungsquoten waren stufenweise bis zum 1. Mai 2009 abgeschafft worden.
Allerdings wurde 2009 praktisch die Produktionsmenge von 2008 beibehalten und somit sank der Milchpreis innerhalb eines Jahres im Schnitt um mehr als 10 Rappen pro Kilogramm oder um 13 Prozent. Nach Schätzung des Verbandes Schweizer Milchproduzenten (SMP) sind derzeit rund 200 Millionen Kilogramm Milch zu viel auf dem Schweizer Markt.
Die Milchkontingentierung
Mit der Aufhebung der Milchkontingentierung sollten wettbewerbsverzerrende Einflüsse auf Produktion und Absatz abgebaut werden. Mit den Kontingenten hatten die Bauern ein Produktionsrecht inne, das ihnen der Bund zur Verfügung stellte. Die Produzenten konnten auf das Produktionsrecht verzichten und es entweder verkaufen oder vermieten. Mit der Aufhebung entfiel die staatliche Produktionsbeschränkung. (ap)
Abgefedert werden die tieferen Preise vom Bund: Seit Januar werden höhere Direktzahlungen – sogenannte «Kuhbeiträge» für Raufutter verzehrende Tiere - gezahlt. Diese sind um 250 auf 450 Franken je Milchkuh erhöht worden – dies entspricht pro Kilogramm produzierter Milch rund 7 Rappen.
Neben der SMP gibt es einen weiteren - jungen - Player im Markt: die Branchenorganisation Milch (BO Milch). Obwohl bereits früh auf mögliche Folgen nach der Aufhebung der Milchkontingentierung aufmerksam gemacht wurde, organisierte sich die Branche erst zwei Monate danach Ende Juni.
In der BO Milch vertreten sind neben Produzenten-Organisationen auch verarbeitende Betriebe und der Detailhandel. Die zwei letzteren erfuhren in den vergangenen Jahren eine stetige Konzentration: Daraus gingen die Emmi in Luzern und die Cremo AG in Villars-sur-Glâne (FR) als grösste Verarbeiter hervor. Und in der Verteilung von Milch und Milchprodukten nehmen Migros und Coop marktbeherrschende Positionen ein.
Das Auf und Ab des Milchpreises
Der Milchpreis war in den vergangenen Jahren starken Schwankungen unterworfen. 2000 lag er bei 79,2 pro Kilogramm, 2007 bei 69 Rappen. Während einem kurzen Höhenflug Mitte 2008 stieg der Preis auf 76 Rappen. Danach führte die Wirtschaftskrise zu einer sinkenden Nachfrage und auch der Preis geriet wieder unter Druck. Zurzeit beträgt der unverbindliche Milchrichtpreis rund 60 Rappen pro Kilogramm.
Dass die Detailhändler andere Ziele verfolgen als die Produzenten liegt auf der Hand: Im Juli konnten Coop und Migros bereits die zweite Preissenkung in diesem Jahr bekannt geben. Betroffen waren auch zahlreiche Milchprodukte wie Käse und Joghurt. Die von den Milchverarbeitern an die Händler weiter gegebenen Einsparungen gelangten so an die Kundschaft.
Unterdessen verlangte der SMP eine neue Milchmarktordnung, eine sogenannte Marktsegmentierung. Einen bestimmten Teil der Milch sollen die Bauern zum Richtpreis an die Verarbeiter abgeben können (Vertragsmilch). Ein weiterer Teil soll frei zu aktuellen Marktpreisen gehandelt werden (Börsenmilch). Was übrig bleibt, soll als Milchpulver auf den Weltmarkt geworfen werden (Abräumungsmilch).
Im Preiskampf zeichnet sich also eine Lösung ab. Vergangenen Freitag haben die Delegierten des Branchenverbands Milch dem Vorschlag der SMP zugestimmt. Nun ist der Bundesrat am Zug. Dieser soll das Modell als allgemein verbindlich erklären lassen.
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B. nara, Ibaraki ken
Verfasst am: 2.12.2009 23:35
exportieren
denn die CH Bauern keine Milch? Hier in Japan... mehr
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H. Mauler, Glashaus
Verfasst am: 2.12.2009 16:57
ja
da ich schon die Schere im Kopf habe wegen... mehr
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R. Di Dario, Basel
Verfasst am: 2.12.2009 16:51
Milch darf gut 20 Rappen teurer sein.
Ich zahle gerne 20 Rappen mehr pro Liter Milch,... mehr
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