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Weltweite Empörung über den Minarett-Entscheid

Montag, 30. November 2009, 10:16 Uhr, Aktualisiert 01.12.2009, 1:33 Uhr

Die kleine Schweiz im Fokus des weltweiten Interessens. Geht es nach der Meinung der internationalen Medien, hat sich die Schweiz mit dieser Entscheidung selber ein Ei gelegt. Mit UBS-Krise, Polanski-Verhaftung oder Gaddafi-Affäre hat das Land in der Vergangenheit nicht unbedingt für positive Schlagzeilen gesorgt.

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Die Weltpresse ist sich einig: Die Schweiz hat mit der Abstimmung vom Sonntag für einen Imageschaden gesorgt. «Aus der Mücke Minarett wird der Elefant Islamisierung» titelt die "Frankfurter Allgemeine". Und meint damit die Angst der Schweizer Bevölkerung vor dem Islam. Generell sind sich die ausländischen Medien sicher, der Schweiz gehe es nicht darum, den Bau eines Turms auf eine bestehende Moschee zu vereiteln. Vielmehr wolle sie mit dem gestrigen Abstimmungsresultat ein Zeichen setzen dagegen, dass die islamische Religion im eigenen Land Überhand gewinnen könnte. «Engstirnigkeit, Ängstlichkeit und Abschottungswille» – wie es in der Frankfurter Allgemeinen weiter heisst.

Internationale Reaktionen zur Minarett-Initiative

Trotzdem kommt das Resultat auch für die ausländischen Medien überraschend. Ein «Sensationsergebnis» ist es gar für die deutsche "Bild"-Zeitung. Die Schweizer würden die Moscheetürme als einen «Herrschaftsanspruch des Islam» sehen und sogar Terror-Anschläge befürchten. Und dennoch: Offenbar geht es nicht nur der Schweizer Bevölkerung so. Die auf "Bild online" laufende Umfrage zeigt, dass über 80 Prozent der Deutschen ebenfalls für ein Verbot von Minaretten wären…

Bild Bildausschnitt der Webseite von Bild.
Über 80 Prozent der Deutschen würden Minarette ebenfalls verbieten. pd

In Österreich begrüssen vor allem die rechtsgerichteten Parteien die Entscheidung aus dem Nachbarland. Der Kärntner Landeshauptmann von der Partei «Bündnis Zukunft Österreich» (BZÖ) sieht im Schweizer Votum das vor zwei Jahren in seinem Bundesland beschlossene Bauverbot für Minarette bestätigt. «Religionsfreiheit darf nicht so weit gehen, dass nicht-christliche Religionsbauwerke errichtet werden», liess er sich in der Zeitung "Krone" zitieren. Mit «Trauer und tiefer Bestürzung» reagierte dagegen der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.

Bild Bildausschnitt der Webseite der Krone-Zeitung.
Vor allem Rechtsparteien in Österreich begrüssen die Entscheidung aus der Schweiz. pd

«Die Entscheidung zeigt keine wirklichen Probleme der Schweiz, sondern mehr ein diffuses Unbehagen vor dem Islam» ist auch die Meinung des deutschen Spiegels. Das Resultat werde das Bild der Schweiz in der Welt verändern. Auch die Schweizer Wirtschaft werde davon betroffen sein, die mit der arabischen Welt eng verflochten sei.

Das französische Blatt «Le Monde» kritisierte bereits den Auftritt der Befürworter vor der Abstimmung. Die Frau in Burka vor der Schweizer Flagge, mit den Minaretten im Hintergrund, sei ein Skandal. Und auch die New York Times weiss, wer in der Schweizer Abstimmungsfrage die Nase vorn hatte: «The referendum was a victory for the right» – «Das Referendum war ein Sieg der Rechten.»

Das Minarett-Verbot wurde bei der gestrigen Abstimmung angenommen – und wird jetzt in der Verfassung verankert. Ob es tatsächlich zu Anwendung kommt, ist noch offen. Das Bild der Schweiz im Ansehen der Weltpresse hat aber offensichtlich erheblichen Schaden erlitten.

(sf/gern)

Kommentare aktiv...

D. Münger, Zürich

Verfasst am: 6.12.2009 13:10

Zu beeinflussen versuchen!

Oder vorher mal was aus Kärnten gehört?

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D. Münger, Zürich

Verfasst am: 6.12.2009 5:15

Nicht gleich in die Verfassung

aber man könnte eine vorsorgliche... mehr

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D. Münger, Zürich

Verfasst am: 6.12.2009 5:10

Dr. Adel Abdel-Latif

hat im CLUB seine wahre Natur gezeigt. Er griff... mehr

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