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Von den bisherigen drei Mobilfunk-Anbietern im Schweizer Markt sei Swisscom die teuerste, dicht gefolgt von Orange. «Sunrise war die einzige der drei Anbieter, die im Abo-Bereich preisaggressive Produkte auf den Markt warf,» sagte Beyeler zur Nachrichtenagentur SDA.
Es sei relativ naheliegend, dass Orange in der geplanten Duopol-Situation versuchen werde, ihre Produkte durch den Zusammenschluss auch Sunrise-Kunden schmackhaft zu machen. In diesem Fall sei es sogar möglich, dass Swisscom von der Fusion profitiere, weil die Kunden zu ihr wechselten.
Weiterhin hohe Preise
Das Preisniveau in der Schweiz bleibe somit hoch. «Die Schweizer Mobilfunk-Anbieter werden auch in Zukunft die teuersten Anbieter in Europa bleiben,» sagte Beyeler. Die Swisscom-Konkurrenten hätten es nicht geschafft, wirklich bedeutende Marktanteile an sich zu reissen. Und von dieser Tatsache könnten letztlich «alle Anbieter fürstlich leben».
Das Problem liege darin, dass den günstigeren Anbieter im Laufe der Zeit der Atem ausgegangen sei. Längerfristig verschenke man Gewinne, wenn man keine neuen Kunden gewinnt. «Die Kunden sind jedoch zu bequem für einen Wechsel. Zudem haben die Anbieter zu komplexe Angebote. Das geht zum Teil so weit, dass die Anbieter von ihren eigenen Angeboten überfordert sind,» sagte Beyeler.
Bessere Absprache-Möglichkeiten
Der Ökonom und ehemalige Preisüberwacher Rudolf Strahm sagte gegenüber dem Onlineportal Newsnetz, die Wettbewerbsbehörden müssten den Zusammenschluss von Sunrise und Orange unbedingt verhindern. Der Zusammenschluss wäre für die Kunden «eine absolute Katastrophe».
Es entstehe ein Duopol. Zwei Unternehmen beherrschten den Markt nach Belieben. Ein echter Wettbewerb sei hier nicht möglich. Im Zusammenhang mit den Durchleitungsgebühren gebe es bereits jetzt Absprachen. Wenn nur noch zwei Anbieter da seien, sei die Möglichkeit dazu noch viel besser gegeben.
Weniger Wettbewerb
Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) sieht in der geplanten Fusion von Orange und Sunrise auch eine Chance. Der neue Player könnte dank seiner Grösse die dominierende Swisscom angreifen. Bedingung wäre eine Genehmigung der Tarife durch die Regulationsbehörden.
Falls die Fusion zustande komme, werde es nur noch zwei Anbieter und damit weniger Wettbewerb geben, sagte SKS-Geschäftsführerin Sara Stalder. Der Schweizer Markt sei zu klein, als dass weiter grosse Anbieter herein kommen würden.
Tarife überdenken
Die SKS sei aber ein wenig gespalten, da die Fusion auch eine positive Wendung nehmen könnte. «Heute hat die Swisscom eine derart dominante Stellung, dass ein zweiter grosser Player, der die Swisscom angreift, auch eine Chance sein kann», so Stalder.
Damit sich der Preis nicht auf dem freien Markt bilde, der dann kein Markt mehr sei, müssten aber die Regulationsbehörden die Tarife genehmigen, bevor sie auf den Markt kämen. Wie Stalder hält auch Strahm bei einer allfälligen Genehmigung der Fusion eine Preisfestsetzung durch die ComCom für notwendig.
(sda/hesa)
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