Schweiz
«Schweiz ist sich medizinische Engpässe nicht gewohnt»
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat zur Schweinegrippe-Pandemie im Berner Medienzentrum eine Konferenz abgehalten. Dabei wurde informiert, dass letzte Woche rund 20'000 Menschen wegen Grippesymptomen zum Arzt gingen. Mittlerweile stieg die Anzahl der H1N1-Todesopfer in der Schweiz auf drei Personen.
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Während in Island, Irland und in den USA der Höhepunkt der Pandemie bereits erreicht ist, ist dies in der Schweiz noch nicht der Fall. Die Hospitalisierungen und die Grippe-Diagnosen steigen ständig, sagte Patrick Mathys, Leiter Pandemie-Vorsorge des BAG, in Bern. Die Fallzahlen seien rund dreimal höher als bei einer normalen Grippewelle.
Laut Mathys hat sich die Zahl der im Labor nachgewiesenen Schweinegrippe-Erkrankungen in der letzten Woche beinahe verdreifacht. Die Zunahme sei immer noch exponentiell. Mittlerweile wurden 4500 Fälle im Labor bestätigt. Die Zahl der Erkrankten dürfte aber ein Vielfaches höher liegen.
Vergangene Woche gingen rund 20'000 Menschen wegen Grippesymptomen zum Arzt, wobei praktisch alle Konsultationen auf die Schweinegrippe zurückzuführen sein dürften. Momentan befinden sich 85 Personen im Spital, 16 davon liegen auf der Intensivstation.
«Es geht zuerst darum, die Risikopersonen und das Pflegepersonal und zu impfen», sagte Thomas Zeltner zur Eröffnung der Konferenz. Das Heilmittelinstitut Swissmedic prüft derzeit, den Impfstoff Pandemrix auch für über 65-Jährige und für Kinder unter 5 Jahren zu zuzulassen. Kürzlich wurde Pandemrix offiziell für über 60 Jahre alte Personen offiziell zugelassen.
Die Lungenentzündungen, die durch die Schweinegrippe ausgelöst werden können, seien nicht mit Antibiotika kurierbar, da es sich um eine virale und nicht um eine bakterielle Infektion handle, erklärte Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamts für Gesundheit.
Die Schweiz sei es sich nicht mehr gewohnt, im medizinischen Bereich einen Engpass zu haben, deshalb führe die Impfstoff-Knappheit zu breiten Diskussionen, führte Zeltner aus.
«Ich weigere mich, den Schwarzen Peter auszuteilen», so Zeltner. Anschuldigungen seien fehl am Platz. Er sei sich aber bewusst, dass es in Zusammenarbeit mit den Kantonen bei der Kompetenzverteilung Mängel gebe. Zeltner wehrte ab, dass man von Problem-Kantonen sprechen könne. In gewissen Kantonen habe es Probleme gegeben mit den Lieferungen, sagte er lediglich.
Ferner sagte Virigine Masserey, Leiterin Impfungen des BAG, es sei nie zu spät für eine Impfung. Die geimpften Personen zeigten bereits nach kurzer Zeit erste Immunreaktionen. Wer bereits mit H1N1 angesteckt sei, bei dem nütze eine Impfung aber nichts mehr. Zu den Prioritäten äusserte sich Masserey, dass Kinder, welche nicht unter fünf Jahren und nicht chronisch krank seien, nicht zur Prioritätengruppe gehörten.
Wenn jemand in der Inkubationszeit sei, sich unter Umständen nicht bewusst sei, dass er mit der Schweinegrippe infiziert sei, dann nütze zwar eine Impfung nichts mehr, sie führe aber auch keinen zusätzlichen Schaden zu, ergänzte Patrick Mathys.
Zu allfälligen Mutationen des Virus informierte Mathys, dass die Krankheit auch in anderen europäischen Ländern ähnlich verlaufe und man keine Veränderungen des Virus festgestellt hat.
Mitte nächster Woche sei die Schweiz imstande, die Hälfte der Bevölkerung mit dem H1N1-Impfstoff zu versorgen. «Dies ist im Vergleich zu anderen Ländern eine zufriedenstellende Situation», führte der Leiter Pandemie-Vorsorge des Bundesamts für Gesundheit, Patrick Mathys, weiter aus. Die Spitäler hätten die Lieferungen erhalten, ebenso die Arztpraxen.
Zur Tamiflu-Versorgung sagte Patrick Mathys, dass dieses Medikament immer über den freien Markt laufe und man nicht gedenke, ein Massenlager zu eröffnen. Die Versorgung mit Tamiflu sei sichergestellt.
Diese Woche sind zwei Frauen und ein Säugling am Schweinegrippe-Virus gestorben. Es handelt sich um eine 54-jährige, diabeteskranke Frau, die am 14. November in Winterthur hospitalisiert wurde und am 18. November verstarb. Das zweite Todesopfer gehörte ebenfalls einer Risikogruppe an. Sie war HIV-positiv und litt an einer Herz-Insuffizienz. Die 46-Jährige starb am 19. November.
(sf/bosy/from)
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M. Wurmdichnicht, Grabenschnecke
Verfasst am: 19.11.2009 23:32
Fehlende Information.
Als informierter Laie beantworte ich hier... mehr
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T. Nordmann, Zuerich
Verfasst am: 19.11.2009 22:07
Verteilung Impfstoff
Es ist ein Skandal wie die Verteilung des... mehr
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P. Mauler, Schaffhausen
Verfasst am: 19.11.2009 22:02
ich habe...
...mich bei der IG Gesundheit danach erkundigt ob... mehr
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