Schweiz
War Jungfrau-Drama ein Mitreiss-Unfall?
Möglicherweise war doch nicht ein Schneebrett die Ursache für den tödlichen Absturz von sechs Rekruten an der Jungfrau im Juli 2007. Ein Rega-Retter brachte am Mittwoch vor Gericht in Chur die Variante eines Mitreiss-Unfalls ins Spiel. Der Bergrettungsspezialist befand sich im zweiten Helikopter, der am 12. Juli 2007 die Unfallstelle im Gipfelhang der Jungfrau erreichte.
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Zwei Bergführer und zwölf Rekruten der Gebirgsspezialisten-RS Andermatt (UR) waren von einem Schneebrett mitgerissen worden. Sechs Rekruten starben.
Der Rega-Mann, ein Bergrettungssanitäter mit 20-jähriger Berufserfahrung, entdeckte im 45 Grad steilen Unfallhang zwei feststeckende Pickel und Schleifspuren. «Das Spurenbild deutet eindeutig auf einen Mitreissunfall hin», sagte er im Zeugenstand des Militärprozesses in Chur.
Möglicherweise rutschte einer der in Dreierseilschaften aufsteigenden Rekruten aus und riss seine angeseilten Partner mit. Der Sturz könnte die Schneedecke so stark belastet haben, dass er das Schneebrett auslöste.
Die Aussage des Rega-Mannes könnte eine Wende bedeuten. Denn die Anklage geht davon aus, dass das Schneebrett den Sturz der Rekruten auslöste.
Der Ankläger wirft den Bergführern, einem 34-jährigen Berufsunteroffizier und einem 47-jährigen Zivilisten, eine unsorgfältige Einschätzung der Lawinengefahr vor und beschuldigt sie der mehrfachen fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Verletzung der Dienstvorschriften.
Der Vorwurf einer nachlässigen Einstufung der Lawinengefahr müsste bei der Variante Mitreissunfall neu beurteilt werden.
Die ehemaligen Rekruten beschrieben ihre Instruktoren als kompetent und sehr erfahren. Beide Angeklagten sind Ausbildner in der Bergrettung. Der 47-Jährige führte 18 Jahre lang Bergsteiger unfallfrei auf allen Kontinenten.
Der Jüngere bestand die Bergführerprüfung zwar nur ein Jahr vor dem Unfall, gab aber an, fast alle Viertausender der Alpen bestiegen zu haben. Inzwischen arbeitet nur noch der 34-jährige Berufsunteroffizier als Bergführer.
Der Ältere gab diesen Beruf wegen einer Hüftarthrose auf und ist unterdessen als Geschäftsführer tätig.
Der Prozess dauert noch bis Freitag. Am Donnerstag werden Experten befragt. Am Freitag halten Anklage und Verteidigung ihre Plädoyers. Anschliessend gibt das Militärgericht sein Urteil bekannt. Den Angeklagten drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren.
(sda/halp)
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Die Lawinenstufe erheblich Teil 2
Möglichts meiden ". Das war die... mehr
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R. Anderegg, Buchs
Verfasst am: 19.11.2009 21:35
Die Lawinenstufe erheblich
" Die Schneedecke ist an vielen Steilhängen... mehr
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R. Anderegg, Buchs
Verfasst am: 19.11.2009 21:29
Jetzt plötzlich
soll eine Mitreisunfall Schuld sein am Unglück... mehr
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