International
Zehntausende Studenten protestieren auf der Strasse
Zehntausende Studenten und Schüler haben in Deutschland und Italien gegen Bildungsmissstände protestiert. In beiden Ländern kam es laut Veranstaltern zu Demonstrationen und Kundgebungen in mehr als 50 Städten.
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Fast 90'000 Personen protestierten nach Angaben des Netzwerks Bildungsstreik in ganz Deutschland gegen Reformen an Universitäten und Schulen.
Die Universitäten in Bonn, Braunschweig und Nürnberg-Erlangen seien besetzt, sagte einer der Sprecher des Netzwerks, Philipp Tassev. In Berlin seien 12'000 Demonstranten auf die Strasse gegangen, in München hätten sich 10'000 an einer Kundgebung beteiligt.
Die Studierenden wollen Nachbesserungen an der sogenannten Bologna-Reform, mit der die Studiengänge in Europa angeglichen und vergleichbar gemacht werden sollen.Die Studenten fordern eine inhaltliche Studienreform in den neuen Bachelor-Studiengängen und ein Ende der «Überfrachtung» mit Lernstoff.
An vielen Hochschulen seien die Lehrinhalte aus den früheren zehnsemestrigen Diplom-Studiengängen ohne Abstriche in die sechs- bis siebensemestrigen Bachelor Studiengänge «hinein gepropft» worden, hiess es auf Flugblättern.
Auch die Schüler fordern eine Überprüfung des Unterrichtsstoffs nach Verkürzung der Schulzeit bis zur Matura von neun auf acht Jahre.
Der Präsident des Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, bezeichnete die Klagen der Studenten über Stofffülle und Prüfungsdichte in der «Südwest Presse» vom Dienstag als berechtigt.
Bildungsministerin Annette Schavan räumte im Deutschlandfunk handwerkliche Fehler bei der Studienreform ein. Bund und Länder bemühten sich aber gemeinsam um Verbesserungen.
Netzwerk-Sprecher Tassev sagte, dies sei erst der Auftakt zu weiteren Grossaktionen gegen das Bildungssystem. Mobilisiert werde für eine Kundgebung am 24. November in Leipzig, wenn dort die Hochschulrektoren tagen. Dem Netzwerk Bildungsstreik gehören nach Angaben von Tassev rund 100 Initiativen an.
In Italien demonstrierten tausende Schüler und Studenten gegen Sparmassnahmen im Bildungswesen. Eine umstrittene Reform von Bildungsministerin Mariastella Gelmini sieht bis Oktober 2011 die Kürzung von 130'000 Stellen an Schulen und Universitäten vor.
Wie italienische Medien am Dienstag berichteten, gab es Proteste unter anderem in Bozen, Turin, Vicenza, Rom und Syrakus. Ein Demonstrationszug zog zum Regierungssitz in Rom. Bei einer Demonstration in Mailand kam es zu Spannungen zwischen Studenten und der Polizei. Vier Schüler wurden festgenommen.
Die Demonstranten skandierten Slogans für das Bildungsrecht. Sie beschuldigten die Regierung Berlusconi, mit der Reform das staatliche Universitätssystem zu verschlechtern.
Die Reform von Unterrichtsministerin Mariastella Gelmini sieht beträchtliche Einsparungen im Universitätsbereich vor. Im Reformpaket heisst es, dass fünf Professoren, die pensioniert werden, nur durch eine Person ersetzt werden können. Allein im kommenden Jahr will die Regierung im Hochschulbereich 700 Millionen Euro einsparen.
Trotz heftigen Protesten hatte die Regierung Berlusconi vor einem Jahr eine umstrittene Schulreform verabschiedet. Diese sieht die Streichung von 87'000 Lehrerstellen und 44'500 Stellen im administrativen Schulbereich bis 2011 vor.
(sda/koua)
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H. Bernoulli, Zürich
Verfasst am: 17.11.2009 23:56
Nur weil sich etwas in der Gesellschaft
ausbreitet... Wie z.B. neoliberales Gedankengut? mehr
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H. Bernoulli, Zürich
Verfasst am: 17.11.2009 23:50
@ D. Generation
Beitrag: Soziale Berufe "Sowohl Sekten wie... mehr
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H. Bernoulli, Zürich
Verfasst am: 17.11.2009 23:35
Mehr gebildete Leute
in Politik und Önomomie - und vielleicht wäre... mehr
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