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Die vergessenen Kinder alkoholkranker Eltern

Donnerstag, 12. November 2009, 13:16 Uhr, Aktualisiert 13:57 Uhr

In der Schweiz wachsen etwa 100'000 Kinder und Jugendliche mit einem alkoholabhängigen Elternteil auf. Mit ihren Sorgen stehen sie oft alleine da. Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) will dies ändern. Mit einer Informationsoffensive am Postschalter will die SFA nun die breite Öffentlichkeit ansprechen und damit das bislang tabuisierte Thema ansprechen.

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Hunde-Figur Boby soll Tabuthema Sucht brechen

Kinder aus alkoholbelasteten Familien tragen ein sechsfach höheres Risiko, selbst eine Abhängigkeitserkrankung zu entwickeln. «Sie sind somit die grösste Risikogruppe», erklärt Michel Graf, Direktor der SFA.

Ihre Situation wird aber kaum wahrgenommen. Das Trinken des alkoholabhängigen Elternteils bestimmt den Alltag, die elterliche Fürsorge ist unberechenbar, viele Kinder schämen sich und fühlen sich schuldig. Spannungen und Instabilität prägen die familiäre Atmosphäre. Alkoholprobleme in der Familie sind ein Tabu.

«Wir wollen das Schweigen brechen», sagt Graf. Die neue Aktion setzt am Postschalter an. So wird der Kundschaft in mittelgrossen Postzentren ab Mitte November ein Schlüsselanhänger in Form eines Plüschhundes angeboten.

Das Plüschtier Boby ist dem Bilderbuch der SFA entnommen, das von einem Hund erzählt, dessen Herrchen ein Alkoholproblem hat. Die Geschichte lehrt Kinder, dass Hilfe möglich ist. Auch Boby als Schlüsselanhänger informiert mit einem Flyer über das Leben mit einer alkoholabhängigen Person und schildert die Situation betroffener Kinder.

Betroffene Kinder und Jugendliche brauchen die Unterstützung von Vertrauenspersonen und manchmal von Fachleuten, denn Belastungen und Verletzungen verschwinden nicht mit dem Erwachsenwerden. «Für diese Kinder ist es wichtig, eine emotional stabile Beziehung zu einem Menschen ausserhalb der Familie aufzubauen», sagt die Leiterin der Prävention der SFA, Irene Abderhalden.

Eine Bestandesaufnahme ergab laut SFA, dass erst wenige Angebote vorhanden sind, die betroffene Kinder und deren Eltern gleichermassen unterstützten. Selbst wenn Eltern in Behandlung seien, frage oft niemand nach den Kindern.

Die SFA rät, mit den Kindern in einfachen Worten über die Suchterkrankung des Vaters oder der Mutter zu sprechen. Denn selbst kleine Kinder nehmen Spannungen wahr und leiden darunter.

(sda/godc)

Kommentare aktiv...

J. Simon, Erlach

Verfasst am: 12.11.2009 16:06

Der Teufel

liegt eher in der Co-Abhängigkeit und der... mehr

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L. Barbara, Lausen

Verfasst am: 12.11.2009 14:24

Loyalitätskonflikt

Es wird wirklich Zeit, dass diese Kinder... mehr

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