Wirtschaft
Aus für Quelle-Versand
Nach 82 Jahren steht das traditionsreiche deutsche Versandhaus Quelle vor dem Aus. Sämtliche Rettungsbemühungen für das insolvente Unternehmen mit rund 10'500 Beschäftigten sind gescheitert.
Bild
Artikel bewerten
Artikel teilen
«Nach intensiven Verhandlungen mit einer Vielzahl von Investoren sehen Insolvenzverwalter wie Gläubigerausschuss jetzt keine Alternative zur Abwicklung von Quelle Deutschland mehr», teilte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg mit.
Entscheidender Punkt war nach seinen Angaben, dass es keine Einigung über die Finanzierung des Versandgeschäfts, das sogenannte Factoring, gegeben habe. Die Belegschaft reagierte geschockt.
«Das ist für die betroffenen Menschen und ihre Familien eine Riesenkatastrophe», sagte Quelle-Gesamtbetriebsratschef Ernst Sindel. Bis zuletzt habe man sich das nicht vorstellen können. Sindel hatte im Gläubigerausschuss bis zuletzt um eine Lösung gerungen.
Nachdem jeder Versuch fehl lief, das zum ebenfalls insolventen Handelskonzern Arcandor gehörende Unternehmen zu verkaufen, soll Quelle dichtgemacht werden. Wann das Kapitel Quelle geschlossen werden soll, steht indes noch nicht fest. «Wir rechnen noch», sagte ein Sprecher auf Anfrage. Der Insolvenzverwalter wollte die Quelle-Mitarbeiter am Dienstagnachmittag in Nürnberg informieren.
Ohnehin war geplant, rund ein Drittel der 10'500 Arbeitsplätze zu streichen. Jetzt dürften noch mehr Beschäftigte ihren Job verlieren. Grund für das Scheitern war am Ende das sogenannte Factoring.
Diese für Versandunternehmen typische Art der Vorfinanzierung von Kundenforderungen übernimmt die Quelle-Hausbank Valovis mit Unterstützung der Bayern LB und der Commerzbank - allerdings nur bis zum Jahresende. Eine Einigung über den 1. Januar 2010 hinaus habe nicht erzielt werden können, sagte Görg. Dies hatten die Kaufinteressenten aber zur Bedingung gemacht.
Der geplante Verkauf stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Für Quelle läuft seit Anfang September ein Insolvenzverfahren. Das Unternehmen mit Sitz in Fürth ist Teil der Arcandor-Versandsparte Primondo, zu der auch profitable Geschäfte wie etwa Spezialversender (Hess Natur, Baby Walz) oder der Homeshopping-Kanal HSE 24 gehören. Was nun folgen soll, ist ein Verkauf der Primondo-Einzelteile.
(sda/muei)
Meldungen im Tagesverlauf
- Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
- SP könnte Steuerabkommen kippen
- Golden Gate Bridge im Lichterregen
- Annan ist schockiert über Massaker in Syrien
- Bankia stürzt ab – Madrilenische Börse ebenfalls
- Wacker Thun verpasst Titel knapp
- 18 Milliarden Euro Hilfen für griechische Banken
- Sion verbleibt in der Super League
- Zwei Tote bei Absturz von Schweizer Flugzeug in Deutschland
- «Solar Impulse» bleibt vorläufig in Madrid
- ISS-Bewohner packen den Drachen aus
- Abhörskandal: Tony Blair vor Ethikkommission
- Löw streicht Quartett aus EURO-Kader
- Ägypten: Ex-Regime-Mann gegen Islamist in Stichwahl
- Djokovic souverän in Runde 2
- Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen


Auch die Migros will Nespresso Konkurrenz machen
Golden Gate Bridge im Lichterregen
Zwei Tote bei Absturz von Schweizer Flugzeug in Deutschland
Steinbrück: Abkommen mit der Schweiz begünstigt Steuerbetrüger
Fukushima-Strahlung in Thunfischen vor USA
SP könnte Steuerabkommen kippen
Annan ist schockiert über Massaker in Syrien
EU-Sondergipfel im Zeichen des Wachstums
Levrat lehnt Steuerabkommen ab
Facebook-Foto verleitet Räuber zu Überfall
Bankia und Katalonien am Bettelstab
Jetzt sorgen Militärvelos für rote Köpfe
Ägypten: «Der schlimmste denkbare Albtraum ist eingetroffen»
Jeder zehnte Velofahrer ab 1. Juni nicht versichert












