Wahlen Deutschland
Merkel wünscht «schöne Party»!
Nach den Bundestagswahlen in Deutschland haben sich Gewinner und Verlierer deutlich zu Wort gemeldet. Die Reaktionen fallen so klar aus, wie die Stimmenprozente abweichen. So wünschte Angela Merkel ihren Anhängern eine «Schöne Party», die FDP spricht von überbrückbaren Probelem mit der bayerischen CSU: «Fingerhalkeln darf keine Rolle spielen».
Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel: «Wir haben unser Wahlziel erreicht, eine stabile Regierung zu schaffen.» Zum Abschluss ihrer Siegesrede in der CDU-Zentrale wünschte sie ihren Anhängern: «Schöne Party.» Zu ihren Plänen, in der Krise Steuern zu senken und Staatsschulden abzubauen: «Das ist eine gewisse Dialektik und Dynamik, die man da mitdenken muss.»
Zum Triumph der FDP schaut die CDU auch auf sich selbst: Unions-Fraktionschef Volker Kauder: «Ein grosser Teil der Stimmen, die die FDP gewonnen hat, sind Merkel-Stimmen.» CSU-Chef Horst Seehofer: «Das Abschneiden der CSU ist nicht zufriedenstellend.» CDU-Vizechef Christian Wulff: «Angela Merkel ist absolut unangefochten.»
Bei der SPD werden Wunden geleckt. Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier: «Dieses Ergebnis ist ein bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie.» «Gerade an diesem bitteren Abend werde ich aus der Verantwortung nicht fliehen.» Einen möglichen Rücktritt schliess er jedoch aus: «Verantwortung zu tragen in einer solchen Situation heisst eben, seinen Beitrag da zu leisten, dass die SPD zu alter Stärke und neuer Kraft findet. Dazu will ich meinen Beitrag leisten, auch als Oppositionsführer im deutschen Bundestag.»
Fraktionsvorsitzender Peter Struck spricht von einer historischen Niederlage: «Das ist die bitterste Niederlage, die ich je in meinem politischen Leben hinnehmen musste.»
FDP-Partei-Chef Guido Westerwelle, zukünftiger Aussenminister Deutschlands, macht leise Töne: «Wir bleiben auf dem Teppich und wissen, dass die Arbeit jetzt erst losgeht.»
Die Grünen kochen noch am Wahlabend ein altes Thema neu auf: «Ab sofort werden wir mit allen gemeinsam kämpfen, dass es keine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke gibt.»
Parteichef der Linken, Oskar Lafontaine, triumphiert gewohnt laut: «Wir sind die Partei, die jetzt darauf drängen wird, dass der Sozialstaat wiederhergestellt wird.» «Die Linke ist jetzt etabliert in Deutschland.» Fraktionschef Gregor Gysi reagierte mit Häme auf die Niederlage der SPD: «Die SPD brauchte eins auf die Mütze, um eins zu begreifen: Eine zweite Union wird nicht gebraucht.»
(sf/reuters/fasc)
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