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FDP: Langjährige Mehrheitsbeschafferin
Die Freie Demokratische Partei (FDP) geht auf die liberale Bewegung Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. In der Nachkriegszeit konnte sich die Partei auf verschiedene liberale Parteien aus der Weimarer Republik stützen. Von ihrer Neugründung an bis in die 1980er-Jahre nahm sie als Mehrheitsbeschafferin eine Schlüsselrolle in der Parteienlandschaft ein.
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Mit der Gründung der FDP 1948 gelang erstmals in der Geschichte des deutschen Liberalismus die Zusammenführung der national- und linksliberalen Kräfte in einer Partei. Erster Vorsitzender wurde der spätere erste Bundespräsident, Theodor Heuss.
Der FDP gelang es, sich neben der SPD und der CDU/CSU langfristig auf Bundesebene im deutschen Parteiensystem zu etablieren. Der Wähleranteil der FDP pendelte seit 1949 auf Bundesebene zwischen 6 und 13 Prozent.
Die Liberalen sind in Deutschland also eine Kleinpartei. Dennoch gelangte die FDP als «Mehrheitsbeschafferin» für eine der beiden grossen Parteien in eine Schlüsselposition. Dadurch war sie häufig an Bundesregierungen beteiligt.
Von 1949 bis 1998 war sie nur von 1956 bis 1961 und 1966 bis 1969 in der Opposition. Erst in den 1980er-Jahren büsste die FDP durch den Aufstieg der Grünen als vierte Partei im bundesdeutschen Parteiensystem ihre Funktion als «Zünglein an der Waage» ein. Seit 1998 befindet sich die FDP auf Bundesebene jedoch in der Opposition.
In den ersten Jahren ihres Bestehens suchte die FDP zunächst die Nähe zur CDU/CSU, mit der sie von 1949 bis 1957 sowie 1961 bis 1965 Koalitionen einging. Damit bereitete sie den Weg für die soziale Marktwirtschaft und die Westintegration. Mit Walter Scheel als Vorsitzendem (1968-1974) vollzog die FDP eine Kehrtwende hin zu einem «Sozialen Liberalismus», der 1971 mit ihren «Freiburger Thesen» untermauert wurde.
1969 ging die FDP eine Koalition mit der SPD ein und unterstützte die neue Ostpolitik Willy Brandts (SPD) sowie gesellschaftspolitische Reformen. Während des Vorsitzes Hans-Dietrich Genschers (1974-1988) schlug die FDP wiederum einen wirtschaftsliberalen Kurs ein.
Dieser Wandel führte 1982 schliesslich zu einer erneuten Koalition mit der CDU/CSU. Diese konservativ-liberale Koalition unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) endete erst mit den Bundestagswahlen 1998 und der Regierungsübernahme von SPD und Bündnis 90/Die Grünen unter Gerhard Schröder (SPD). Damit war die seit 29 Jahren ununterbrochene Regierungsbeteiligung der FDP beendet.
Die FDP wird trotz länderspezifischen Unterschieden in der Regel dem bürgerlichen Lager zugeordnet. Dies verdeutlicht ihre Beteiligung an konservativ-liberalen Landesregierungen in zurzeit drei Bundesländern (Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen), denen bis 2006 lediglich eine sozial-liberale Koalition in Rheinland-Pfalz gegenüberstand.
Die FDP ist in den Parlamenten von zwölf Bundesländern vertreten. Vorsitzender der FDP ist seit 2001 Guido Westerwelle, der auch den Fraktionsvorsitz im Bundestag innehat. Zu den wichtigsten Organen der Bundespartei gehören der Bundesparteitag und der Bundesvorstand. Die Partei hat bundesweit etwa 70'000 Mitglieder.
(sf/hues)
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