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Wahlen Deutschland

CDU: Von Adenauer bis Merkel

Sabina Hübner
Donnerstag, 17. September 2009, 22:48 Uhr, Aktualisiert 18.09.2009, 23:20 Uhr

Die Christlich Demokratische Union (CDU) hat in Deutschland die Politik der Nachkriegszeit entscheidend mitgeprägt. Mit Konrad Adenauer schritt die Westintegration der Bundesrepublik voran, Ludwig Erhard prägte das Modell der sozialen Marktwirtschaft und Helmut Kohl gilt als einer der Architekten der Europäischen Union und der Promotor der Wiedervereinigung. Mit Angela Merkel wurde die erste Frau ins Bundeskanzleramt gewählt.

Blaue Wahlkampfflaggen der CDU.
Die CDU - prägend für die Nachkriegsära in Deutschland. (keystone)

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Gestützt auf die Idee des politischen Katholizismus des 19. Jahrhunderts und die Zentrumspartei in der Weimarer Republik wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zuerst auf Landesebene christlich-demokratisch gesinnte Gruppen gegründet, die sich 1950 auf dem Parteitag in Goslar zu einer Bundespartei zusammenschlossen. Die Partei hatte jedoch von Anfang an das Ziel, neben Katholiken auch Protestanten anzusprechen, weshalb auch die Bezeichnung «Union» gewählt wurde.

Die Geschichte der CDU ist vor allem durch profilierte Persönlichkeiten geprägt. Zunächst durch Konrad Adenauer, dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik 1949-1963, der auch 1950 zum CDU-Bundesvorsitzenden gewählt wurde. Dieses Amt hatte Adenauer insgesamt 16 Jahre inne und prägt das Erscheinungsbild der CDU nach innen und nach aussen entscheidend.

Der Politik Adenauers mit Westintegration, Wiederaufbau und sozialer Marktwirtschaft gelang es die verschiedenen Interessen der einzelnen sozialen und wirtschaftlichen Gruppen innerhalb der CDU zu einen und darüber hinaus das Bild von Deutschland im Ausland positiv zu beeinflussen.

Ludwig Erhard trat 1963 Adenauers Nachfolge als Bundeskanzler an. Der Vater der «sozialen Marktwirtschaft» erlebte in seiner Amtszeit jedoch die erste schwere Wirtschaftskrise der Bundesrepublik. Querelen um wirtschafts- und finanzpolitische Fragen führten in der Folge zum Bruch mit dem Koalitionspartner FDP. 1966 bildete die CDU eine Grosse Koalition mit der SPD unter dem dritten CDU-Bundeskanzler Georg Kiesinger.

Die Bundestagswahl 1969 änderte die bisherige Position der CDU abrupt: Erstmals musste die CDU in die parlamentarische Opposition gehen, da sich SPD und FDP unter Bundeskanzler Willy Brand auf eine Koalition geeinigt hatten.

Nachdem die Christlich-Konservativen zudem 1972 die Stellung als stärkste Partei an die SPD verloren, kam es ab 1973 unter dem Parteivorsitz von Helmut Kohl zu einer Erneuerung und Modernisierung der Partei. Die Mitgliederzahl stieg von rund 300'000 Ende der 1960er-Jahre auf 734'555 Mitglieder 1983. Die Organisation der Partei wurde ausgebaut und verbessert.

1982 zerbrach die sozialliberale Koalition. Helmut Kohl wurde per konstruktives Misstrauensvotum zum Nachfolger von SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt gewählt. Bei den anschliessenden Neuwahlen 1983 erreichte die CDU/CSU 48,8 Prozent der Stimmen. Der Bundestag bestätigte Helmut Kohl als Bundeskanzler. Dieses Amt sowie den Parteivorsitz hatte er bis 1998 inne.

Am 9. November 1989 wurden die Grenzen zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland geöffnet. Kohl schafft es durch intensive Gespräche und Verhandlungen eine schnelle Wiedervereinigung 1990 zu erreichen. Mit dem Label «Kanzler der Einheit» und dem Vorantreiben der europäischen Integration gewann er 1990 und 1994 die Wiederwahl.

Der Unmut über ungelöste wirtschaftliche und soziale Probleme und Kritik am «selbstherrlichen Machtgebaren» Helmut Kohls führte 1998 zu einer Wahlniederlage der Unionsparteien. 1999 stürzte die CDU wegen des Spendenskandals um alt Kanzler Kohl in eine tiefe Krise. Die CDU hatte unter Kohl «schwarze Konten» mit Parteispenden geführt – Kohl gab zu zwei Millionen D-Mark entgegengenommen zu haben.

Im Zusammenhang mit diesem Skandal stürzte 2000 auch der Parteivorsitzende Wolfgang Schäuble. Seine Nachfolgerin wurde Angela Merkel, die damit als erste Frau an der Spitze einer Volkspartei stand. Nach den vorgezogenen Bundestagswahlen 2005 erzielten die Unionsparteien CDU/CSU zwar mit 35,2 Prozent ihr bisher zweitschlechtestes Ergebnis, konnten dennoch als stärkste Fraktion in den Bundestag einziehen und mit Angela Merkel die Kanzlerin in einer Grossen Koalition mit der SPD stellen.

Die CDU hat rund 530'000 Mitglieder und regiert zurzeit in 13 Bundesländern – alleine oder in Koalitionen, als kleinerer oder grösserer Koalitionspartner. Im deutschen Bundestag bildet die Partei zusammen mit ihrer bayerischen Schwesternpartei CSU eine gemeinsame Fraktion. Das wichtigste Parteiorgan ist der Bundesparteitag, welcher mindestens alle zwei Jahre rund 1000 Delegierte versammelt.

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