Bundesratswahl 2009
Mehrheitlich positive Reaktionen auf Burkhalter
Die Wahl von Didier Burkhalter zum neuen Bundesrat ist von FDP, SVP und der Wirtschaft begrüsst worden. CVP und SP markierten Gelassenheit. Der unterlegene CVP Ständerat Urs Schwaller zeigte sich als fairer Verlierer. Stolz und Freude äusserten die Familie Burkhalters sowie Stadt und Kanton Neuenburg.
Die FDP feierte sich unmittelbar nach der Wahl als Gewinnerin und bezeichnete die Wahl von Burkhalter als ein Zeichen für die Konkordanz und ein Bekenntnis zur Stabilität der Schweiz. Mit Burkhalter gewinne der Bundesrat eine junge und kompetente Führungspersönlichkeit, die einen wertvollen Beitrag zur Meisterung der Herausforderungen in der Schweiz leisten werde.
Auch die SVP begrüsste die Wahl, stellte aber auch schon Forderungen an den Neugewählten. Als Bundesrat müsse man gegenüber jener Partei, die einem zur Wahl verholfen habe, gewisse Konzessionen mache, sagte Fraktionspräsident Caspar Baader. SVP-Präsident Toni Brunner hat die Wahl ebenfalls begrüsst und Burkhalter gratuliert.
Begrüsst wurde die Wahl auch von der BDP. Diese zeigte sich vor allem aber erfreut darüber, dass keine «fiesen Spielchen» gelaufen seien. Seitens der SVP sei im Vorfeld immer gesagt worden, wenn Lüscher aus dem Rennen genommen würde, käme sie mit einem Plan B, sagte BDP-Präsident Hans Grunder. Das sei nun alles nicht eingetroffen. Darüber habe er «gestaunt und geschmunzelt». Auch seitens der CVP sei es fair abgelaufen.
CVP-Präsident Christophe Darbellay sieht seine Partei trotz dem Scheitern von Urs Schwaller nicht als Verliererin. «Wir haben nicht verloren, sondern nichts gewonnen, das ist ein grosser Unterschied», sagte er. Den Grund sieht er in der «ungenügenden Unterstützung der Linken». Zudem hätten SVP und FDP ein perfektes Päckchen geschnürt.
Der unterlegene Freiburger Ständerat zeigte sich als fairer Verlierer. Es sei ein demokratischer Entscheid, den er akzeptiere, sagte Schwaller. Er gehe mit erhobenem Kopf aus dieser Wahl und müsse sich nicht verstecken. Burkhalter müsse nun in den nächsten zwei Jahren aber beweisen, dass er Reformen durchsetzen könne.
Auch die SP erwartet von Burkhalter, dass er den Mut hat, im Gesundheitswesen einiges zu ändern. Grundsätzlich zeigte sich die Partei gelassen und sprach davon, der 16. September sei kein Schicksalstag für die Schweiz.
Die Grünen äusserten sich zurückhaltend, bezeichneten aber Burkhalter als einen Menschen, der den Dialog suche. Der Ökologie und dem Soziales seien mit Burkhalters Wahl nicht Rechnung getragen worden, sagte Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen. Im Gegensatz zu Urs Schwaller habe Burkhalter keine grüne und soziale Ader.
Auch die Wirtschaft setzt Hoffnungen in den Ökonom Burkhalter, zeigte sich vor allem aber auch erfreut über die Wahl. Mit Burkhalter seien Konkordanz und sprachliche Ausgewogenheit gewahrt, was für die Schweiz sehr wichtig sei. Die Wirtschaft erwartet nun laut ihrem Dachverband economiesuisse, dass sich Burkhalter weiterhin für die Standortvorteile der Schweiz einsetze und den marktwirtschaftlichen Kurs fortsetze.
Die Gewerkschaften erwarten von Burkhalter vor allem mehr Gespür für integrierte Gesundheitslösungen und eine «glücklichere Hand» in Schlüsseldossiers wie der AHV.
Viel Freude und Stolz gab es von den Regierungen der Stadt und des Kantons Neuenburg. Burkhalter werde dank seinen wiederholt bewiesenen Fähigkeiten zum guten Funktionieren des Regierungskollegiums beitragen. Auch die Familie zeigte sich sehr stolz über die Wahl des Ehemanns und Vaters.
(agenturen/bers)



