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Bundesratswahl 2009

Burkhalter: Liberaler Brückenbauer und Reformer

Mittwoch, 16. September 2009, 11:59 Uhr, Aktualisiert 18.09.2009, 19:54 Uhr

Mit Didier Burkhalter hat das Parlament einen liberalen Brückenbauer und Reformer in die Regierung gewählt. Der 49-jährige Neuenburger gilt als beharrlicher Konsenspolitiker. Das Bad in der Menge sucht der neue Bundesrat nicht. Zur Kandidatur liess er sich erst nach längerer Bedenkzeit bewegen.

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Burkhalter im Porträt

Trotz Verzicht auf schrille Töne wurde Burkhalter spätestens seit dem November 2007 als Favorit für die Nachfolge von Pascal Couchepin im Bundesrat gehandelt. Denn damals schaffte der FDP-Politiker im zweiten Wahlgang den Sprung in den Ständerat und beendete die vierjährige SP-Doppelvertretung des Kantons Neuenburg in der Kleinen Kammer.

Dass Politik auch ohne Klamauk und Spektakel erfolgreich sein kann, bewies Burkhalter schon früher. 1991 wurde er 31-jährig in die Regierung der Stadt Neuenburg gewählt, der er bis Juni 2005 angehörte. Schon drei Jahre zuvor sammelte er Erfahrungen als Parlamentarier in der Neuenburger Vorortsgemeinde Hauterive. Während elf Jahren bis 2001 gehörte Burkhalter dem Neuenburger Kantonsparlament an.

Auf Bundesebene begann seine Karriere im Herbst 2003 mit der Wahl in den Nationalrat. Bereits zwei Jahre später rückte Burkhalter zum Vizepräsidenten der FDP-Fraktion der Bundesversammlung auf.

Als Beruf gibt der diplomierte Volkswirtschafter Ökonom an. Er wehrt sich aber auch nicht gegen die Bezeichnung Berufspolitiker. Ein Wirtschaftsvertreter im Sinne des Zürcher Freisinns oder ein Wirtschaftsführer, wie ihn die SVP in Zeiten der Krise gerne an den Schalthebeln der Regierung sähe, ist Burkhalter nicht. Er sitzt in keinem Verwaltungsrat.

Wirtschaftsliberale Positionen vertritt der neue FDP-Bundesrat aber bei der Privatisierung staatlicher Betriebe und bei Partnerschaften von Staat und Wirtschaft. Burkhalter ist Vorstandsmitglied im Verein PPP Schweiz, der semischwirtschaftliche Projekte fördert.

Auf Bundesebene trat Burkhalter weniger mit wirtschafts- und finanzpolitischen Themen in Erscheinung. Die Liste der 25 von ihm lancierten Vorstösse zeugt vielmehr vom Interesse des neuen Bundesrats an einer Regierungsreform und an der Inneren Sicherheit. Eine bessere Ausbildung der Bundesverwaltung und der Botschaften zur Krisenbewältigung thematisierte Burkhalter schon 2005.

Die Departemente möchte er nach langfristigen Prioritäten umbauen, das Bundespräsidium stärken. Am meisten Aufsehen sorgte der eher medienscheue Politiker aber mit seinem Vorstoss für die Schaffung eines Entführungsalarmsystems für Kinder, der erst unter dem Eindruck der tragischen Ereignissen im Fall Lucie dieses Jahr den nötigen politischen Rückhalt fand.

Burkhalter spricht fliessend deutsch. Er ist mit einer Vorarlbergerin verheiratet und Vater dreier Söhne. Homestories über den neuen Bundesrat gibt es nicht. Das Maximum war ein Foto in der «Schweizer Illustrierten», auf dem Burkhalter in Kurzarmhemd und Krawatte den Veston schwingt. Der Zeitschrift verriet er zudem: «Ich würde später gern mal einen Roman schreiben.»

(ap/sidd)