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International

Neue Opferzahlen der Offensive im Gazastreifen

Mittwoch, 9. September 2009, 11:59 Uhr, Aktualisiert 15:02 Uhr

Über die Hälfte der während der israelischen Gaza-Offensive getöteten Palästinenser waren nach Angaben einer israelischen Menschenrechtsorganisation Zivilisten. Die im Bericht von Betselem erwähnten Zahlen unterscheiden sich von jenen der israelischen Armee.

Rauchwolken über Gaza-Stadt.
Am meisten Todesopfer forderten die Luftangriffe auf Polizeistationen. (keystone)

Die israelische Organisation Betselem veröffentlichte einen Bericht, demzufolge 1382 Palästinenser zur Jahreswende bei dem dreiwöchigen Einsatz ums Leben kamen. Davon seien 325 Kämpfer und 245 Mitglieder der Hamas-Polizeimiliz gewesen.

Die meisten von ihnen seien bei Luftangriffen auf Polizeistationen der im Gazastreifen herrschenden Hamas-Organisation getötet worden.

Unter den 812 getöteten Zivilpersonen seien 109 Frauen und 320 Kinder und Jugendliche, teilte Betselem weiter mit. Gemäss Betselem waren rund 58 Prozent aller Getöteten Zivilpersonen.

Bei den Zahlen handle es sich um das Ergebnis monatelanger intensiver Untersuchungen, hiess es in dem Bericht. Die Zahlen widersprechen den Veröffentlichungen der israelischen Armee.

Nach deren Angaben waren mindestens 60 Prozent der Getöteten Mitglieder der Hamas oder anderer bewaffneter Gruppierungen. Nach Informationen der israelischen Armee wurden insgesamt 1166 Palästinenser während der Offensive getötet. Darunter habe sie die Namen von 709 Kämpfern gesammelt.

Die Zahlen von Betselem unterscheiden sich auch leicht von denen palästinensischer Menschenrechtsorganisationen in Gaza. Das Palästinensische Zentrum für Menschenrechte (PCHR) nannte eine Zahl von 1417 Opfern, darunter 65 Prozent Zivilisten.

«Diese extrem hohen zivilen Verluste und die schwere Beschädigung zivilen Besitzes machen eine ernsthafte Selbstprüfung der israelischen Gesellschaft notwendig», hiess es in der Stellungnahme von Betselem. Man müsse anerkennen, dass Kampfhandlungen in einer dicht besiedelten Gegend sehr komplex sind.

Die «illegalen und unmoralischen Handlungen» militanter Palästinenserorganisationen, die Raketen auf israelische Zivilisten abfeuerten, könnten so hohe zivile Verluste bei den Palästinensern nicht rechtfertigen.

Betselem drängte die israelische Regierung, eine «glaubhafte» Untersuchung der Verstösse während der Offensive in die Wege zu leiten, die unabhängig von der Armee ist. Während des Einsatzes «Gegossenes Blei» wurden 13 Israelis getötet.

Ziel der Offensive war es, die ständigen Raketenangriffe militanter Palästinenser auf israelische Grenzorte zu unterbinden. Seit Ende der Kämpfe am 18. Januar ist die Zahl der Raketenangriffe praktisch auf null zurückgegangen.

(sda/hesa)

Kommentare aktiv...

P. Beutler, Leissigen

Verfasst am: 9.9.2009 21:24

Bemerkenswert ist: diese Zahlen

stammen von einer jüdischen Organisation. Der... mehr

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A. Guant, Sunybeach

Verfasst am: 9.9.2009 21:15

Beweise für Zbinden die Stimme der Schweiz

Die Verhaftungen mehrerer Rabbis in New Jersey,... mehr

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B. Zbinden, Muttenz

Verfasst am: 9.9.2009 20:37

K.Ahmed

Die Schweiz wird also für immer zur... mehr

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