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Wahlen Deutschland

Angela Merkel CDU

Mittwoch, 2. September 2009, 19:57 Uhr, Aktualisiert 25.09.2009, 22:25 Uhr

Seit November 2005 ist Angela Merkel deutsche Bundeskanzlerin. Sie gilt als Ziehkind von alt Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU). Geboren wurde sie in Hamburg, aufgewachsen und erste wichtige politische Gehversuche machte sie jedoch in der ehemaligen DDR. Heute gilt sie laut dem US-Magazin «Forbes» als mächtigste Frau der Welt.

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Im November 2005 wird Angela Merkel mit 397 der 611 gültigen Stimmen zur Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Sie wird somit die erste Kanzlerin Deutschlands und mit 51 Jahren die bisher jüngste Amtsinhaberin.

Geboren wurde Angela Merkel 1954 als Angela Dorothea Kasner in Hamburg als erstes von drei Kindern des Theologen Horst Kasner und der Lehrerin Herlind Kasner. Noch in Merkels Geburtsjahr nimmt ihr Vater eine Pfarrstelle in Quitzow (Brandenburg) an.

1957 zieht die Familie in die Nähe von Templin, wo der Vater die Leitung des Pastoralkollegs Waldhof übernimmt. Zwischen 1961 bis 1978 verbringt Merkel ihre Jugend- und frühe Erwachsenenzeit im Spannungsfeld zwischen den Anforderungen des sozialistischen Staates und der Kirche.

Als im Westen die 68er-Unruhen ausbrechen, wird Merkel in der DDR aktives Mitglied der SED-Jugendorganisation «Freie Deutsche Jugend» (FDJ).1970 folgen Abitur und Beginn des Physikstudiums an der Universität Leipzig. Dort knüpft sie erste Kontakte zur evangelischen Studentengemeinde.

Ihre erste Ehe mit dem Physikstudenten Ulrich Merkel hält nur gerade vier Jahre und wird 1982 geschieden.

Als Diplomphysikerin wird sie Mitarbeiterin im Zentralinstitut für Physikalische Chemie an der Akademie der Wissenschaften (AdW) in Berlin. Forschungsgebiet wird die Quantenchemie. Zudem wird Merkel Kulturfunktionärin der FDJ. Der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, der SED, ist sie jedoch nie beigetreten.

Im Gegenteil: 1989 tritt Merkel in die Partei «Demokratischer Aufbruch» (DA) bei und wirkt ab 1990 als deren Pressesprecherin. Bei der ersten und einzigen freien Volkskammerwahl der DDR am 18. März 1990 wird die CDU stärkste Partei. Merkel übernimmt das Amt der stellvertretenden Regierungssprecherin in der Koalitionsregierung unter Lothar de Maizière.

Im August tritt sie in die CDU der DDR ein, die sich am 2. Oktober mit der westdeutschen CDU zusammenschliesst. Am 2. Dezember, bei der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl, erhält die Koalition aus CDU/CSU und FDP 53,8 Prozent der Stimmen. Merkel wird per Direktmandat in den Deutschen Bundestag gewählt.

Als 1991 Helmut Kohl zum ersten Bundeskanzler des wiedervereinigten Deutschlands gewählt wird, darf sich Merkel über die Ernennung zur Bundesministerin für Frauen und Jugend freuen. Und im Dezember wird sie auf dem CDU-Parteitag in Dresden als Nachfolgerin Lothar de Maizières zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt.

Zwischen 1992 und 1998 geht Merkel ihren politischen Weg erfolgreich weiter: Es folgt die Wahl zur Landesvorsitzenden der CDU in Mecklenburg-Vorpommern, die Wahl zur Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und das Präsidium der Klimakonferenz der Vereinten Nationen (UNO) in Berlin. Durch unermüdliche Verhandlungen trägt Merkel wesentlich zur Verabschiedung des «Berliner Mandats» zur Reduzierung von Treibhausgasen bei.

Im Rahmen der CDU-Spendenaffäre wird Helmut Kohl vorgeworfen, zwischen 1993 und 1998 1,5 bis 2 Millionen D-Mark als Spenden erhalten zu haben, die er entgegen dem Parteiengesetz nicht als solche deklariert hat. Die Namen der Spender nennt er nicht. Merkel ruft ihre Partei in einem offenen Brief dazu auf, sich von ihrem Ehrenvorsitzenden Kohl zu lösen.

Im Jahr 2000 nominiert der Bundesvorstand der CDU Merkel einstimmig als Kandidatin für den Parteivorsitz. Auf dem Parteitag in Essen wird sie schliesslich zur Vorsitzenden der CDU Deutschlands gewählt.

Im Vorfeld der Bundestagswahl 2002 verzichtet Merkel zugunsten von Edmund Stoiber (CSU) auf eine Kanzlerkandidatur für die CDU. Dennoch gewinnt die Koalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen mit knapper Mehrheit die Wahl in den Bundestag. Merkel wird mit Unterstützung des bayerischen Ministerpräsidenten Stoiber mit 93,7 Prozent der Stimmen als Nachfolgerin von Friedrich Merz zur Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und damit zur Oppositionsführerin gewählt.

Aussenpolitisch sorgt Merkel für Irritationen im eigenen Lager, als sie sich 2003 im Dritten Golfkrieg demonstrativ an die Seite der USA stellt. Es sei «unverantwortlich, den Einsatz militärischer Gewalt als das letzte Mittel kategorisch auszuschliessen». In der Innenpolitik fordert sie ein radikal vereinfachtes Steuersystem und einschneidende Veränderungen im sozialen Sicherungssystem.

2004 wirbt sie auf ihrer Türkei-Reise für das Modell der «privilegierten Partnerschaft» als Alternative zur Vollmitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union (EU). Im gleichen Jahr setzt Merkel auch «ihren» Kandidaten Horst Köhler für das Amt des Bundespräsidenten durch.

Für die angekündigten vorgezogenen Neuwahlen 2005 wird Merkel zur Kanzlerkandidatin der CDU/CSU nominiert. Die Union erringt bei den Wahlen vom 18. September zum 16. Deutschen Bundestag 35,2 Prozent der Stimmen. Sie kann ihr Wahlziel, eine absolute Mehrheit der Mandate für CDU/CSU und FDP, nicht erreichen. Am 10. Oktober veröffentlichen SPD, CDU und CSU eine Vereinbarung, wonach Merkel zur Kanzlerin gewählt werden soll.

Am 22. November wird Merkel mit 397 der 611 gültigen Stimmen zur Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland gewählt.

(sf/olsm)

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