International
Prozess gegen Demonstranten im Iran
Gegen mehrere regierungskritische Demonstranten im Iran hat ein Prozess wegen Unruhestiftung begonnen. Die «Krawallmacher» müssten sich vor einem Revolutionsgericht in Teheran verantworten, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Irna.
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Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars berichtete von mehr als 100 Angeklagten, darunter mehrere prominente Angehörige der Opposition. Ihnen wird vorgeworfen, Unruhen nach der Wahl angeschürt zu haben.
Zu den Reformern, die vor Gericht stehen, zählen nach Angaben von Fars unter anderem der ehemalige Vizepräsident Mohammed Ali Abtahi, der frühere stellvertretende Aussenminister Mohsen Aminsadeh und Ex-Regierungssprecher Abdollah Ramasansadeh.
Am Donnerstag waren bei erneuten Protesten gegen den umstrittenen Wahlsieg von Ahmadinedschad in Teheran rund 50 Oppositionsanhänger festgenommen worden.
Die meisten der Festgenommenen seien später wieder freigelassen worden, zitierte die Agentur ILNA den Teheraner Polizeichef Asisollah Radschabsadeh.
Nach der Präsidentenwahl vom 12. Juni, bei der Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad nach offiziellen Zahlen bestätigt wurde, zweifelten hunderttausende Iraner das Ergebnis an und gingen im Protest auf die Strasse. Sicherheitskräfte gingen massiv gegen die Demonstranten vor. Die unterlegenen, reformorientierten Kandidaten Mir Hussein Mussawi und Mehdi Karubi sprachen von Wahlfälschung zu Gunsten des Hardliners Ahmadinedschad.
Bei den Protesten kamen nach amtlichen Angaben mindestens zwölf Menschen ums Leben. Hunderte wurden zumindest vorübergehend festgenommen.
(sda/ap/stom)
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