International
US-Armee-Offensive in Afghanistan
Die US-Armee hat im Süden Afghanistans ihre grösste Offensive seit dem Amtsantritt von Präsident Barack Obama begonnen. Rund 4000 Marineinfanteristen und 650 afghanische Soldaten drangen nach US-Angaben in das untere Helmand-Tal in der gleichnamigen Provinz vor.
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Diese setzt darauf, gezielt gegen Aufständische vorzugehen und die Zivilbevölkerung für sich zu gewinnen - letzteres mit wirtschaftlichen und zivilen Hilfen. Ähnlich waren die USA zuletzt im Irak vorgegangen.
Am Donnerstag setzten Helikopter Soldaten im ganzen Tal ab, weitere Truppen wurden mit Konvois herbeigefahren. Die Offensive ist eine der grössten in Afghanistan seit dem Abzug der Sowjetunion 1989.
«Unsere Absicht lautet, gross, stark und schnell zuzuschlagen», sagte der Kommandant der Marines in Südafghanistan, Brigadegeneral Larry Nicholson. Die erste Phase soll nach US-Angaben 36 Stunden dauern.
Zunächst stiessen die Soldaten auf wenig Gegenwehr. Die Streitkräfte eroberten rasch den Bezirk Chanischin im Süden. Allerdings wurde nach Angaben der US-Armee einer ihrer Soldaten getötet. Die Taliban wiederum erklärten, ein Taliban-Kämpfer sei getötet worden; elf ausländische Soldaten seien getötet oder verletzt worden.
Zudem wurde gemäss US-Armee bereits am Dienstag ein US-Soldat entführt. Er sei bei einer Patrouillenfahrt in einer Provinz im Osten des Landes verschleppt worden. Ein Taliban-Sprecher sagte, die Geisel werde nur im Austausch gegen Taliban freikommen.
Die pakistanische Armee wiederum erklärte, sie habe auf ihrer Seite der Grenze Truppen stationiert. Diese sollen verhindern, dass Taliban nach Pakistan fliehen.
Helmand ist die grösste Provinz Afghanistans und fast eineinhalbmal so gross wie die Schweiz. Sie grenzt im Süden an Pakistan und wird vor allem von Paschtunen bewohnt, aus denen sich die Taliban rekrutieren. In Helmand wird auch über die Hälfte des afghanischen Opiums angebaut, das eine wichtige Geldquelle für die Taliban ist.
Die in Helmand unter britischer Führung stehenden NATO-Truppen kämpfen seit Jahren ohne dauerhaften Erfolg gegen die Taliban. Wo die Truppen Gebiete einnahmen, mussten sie sich mangels Stärke wieder zurückziehen und die Taliban rücken erneut vor.
In den vergangenen zwei Monaten wurden die US-Marines in Helmand um 8500 auf 10'000 Mann aufgestockt. Obama hat den Aufstand der Taliban in Afghanistan und Pakistan zur wichtigsten aussenpolitischen Bedrohung der USA erklärt. Er kündigte an, die US-Truppenzahl bis Ende 2009 auf 68'000 Mann aufzustocken - mehr als die doppelte Stärke im Vergleich zu Ende 2008.
Die Gewalt im Land hatte zuletzt sprunghaft zugenommen. Allein in der ersten Juni-Woche wurden nach US-Angaben über 400 Angriffe verzeichnet. Das sei die höchste Zahl seit dem Ende des Taliban-Regimes 2001.
(sda/buet/godc)
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Verfasst am: 3.7.2009 22:41
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