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Das Milliarden-Betrugssystem Madoff

Montag, 29. Juni 2009, 13:37 Uhr, Aktualisiert 13:37 Uhr

Im grössten Betrugsfall der US-Börsengeschichte fällt das Urteil gegen den geständigen Finanzjongleur Bernard Madoff. Hier einige Informationen zum Finanzskandal des Jahrhunderts.

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Madoff wird vorgeworfen, Investoren mit einem gigantischen Schneeballsystem um Milliarden Dollar betrogen zu haben. Die genaue Summe ist unklar. Bislang konnten 13 Milliarden Dollar mehr als 1300 Anlegerkonten zugeordnet werden. Der Staatsanwaltschaft zufolge flossen mehr als 170 Milliarden Dollar durch das Betrugssystem.

Kurz vor Madoffs Verhaftung im Dezember wiesen die Bücher seiner Investment-Firma ungesicherte Anlagen über rund 65 Milliarden Dollar aus. In dem System, das er seit über 20 Jahren betrieben haben soll, versprach er Anlegern konstant hohe Gewinnausschüttungen, die er laut Anklage mit dem Geld neuer Investoren finanzierte.

Die Staatsanwaltschaft legt Madoff insgesamt elf verschiedene Straftaten zur Last, darunter Wertpapierbetrug, Fälschung von Briefen, Computerbetrug, Geldwäsche, Meineid, Falschaussage vor der US-Börsenaufsicht SEC sowie Diebstahl von Geldern aus einem Fonds für Mitarbeiter.

Im Falle einer Verurteilung drohen ihm nach US-Recht bis zu 150 Jahre Haft.

Laut US-Regierung führte Madoff Ende November rund 4800 Kundenkonten, auf den 64,8 Milliarden Dollar angelegt waren. In Wirklichkeit habe sich jedoch nur ein Bruchteil der Mittel auf den Konten befunden.

Zu Madoffs Opfern gehörten neben Banken und Fonds auch Prominente, Universitäten und Wohltätigkeitsorganisationen. Darunter ist auch der Holocaust-Überlebende und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel und seine Stiftung.

In den Bilanzen folgender europäischer Banken hinterlässt der Betrugsfall besonders tiefe Spuren: Banco Santander (Spanien), Bank Medici (Österreich), HSBC und Royal Bank of Scotland (Grossbritannien), BNP Paribas und Natixis SA (Frankreich) sowie Fortis (Niederlande).

Die US-Börsenaufsicht SEC, die Hinweise über den Fall Madoff jahrelang ignoriert hatte, geriet in die Kritik. Sie soll nun mehr Befugnisse erhalten und den Geldmarkt stärker beaufsichtigen.

Die neue SEC-Chefin Mary Schapiro, die den als zu lasch geltenden Christopher Cox ablöste, hat ein schnelleres und aggressiveres Vorgehen gegen Betrüger angekündigt.

(reu/from)

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