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Exit befürchtet «Menschenquälerei»

Dienstag, 23. Juni 2009, 11:40 Uhr, Aktualisiert 16:51 Uhr

Der Sterbehilfeverein Exit hat vor Einschränkungen bei der Freitodhilfe gewarnt. Restriktionen würden zu mehr menschlichem Leiden und sogar «Menschenquälerei» führen, hiess es an einer Pressekonferenz in Bern. Drei Viertel der Bevölkerung würden zudem gemäss einer Umfrage die heutige Regelung begrüssen.

Ein Medikament neben einem Glas Wasser.
Exit warnt vor den Folgen eines allfälligen «Verbots der organisierten Suizidhilfe». (keystone)

Exit reagierte auf den Entscheid des Bundesrates von vergangener Woche, mehrere Varianten über die künftige Suizidhilfe-Regelung in die Vernehmlassung zu geben. Dabei sei von einer Variante «gesetzliche Schranken» und einer mit einem «Verbot der organisierten Suizidhilfe» gesprochen worden.

Laut dem Sterbehilfeverein Exit, der ältesten und grössten Organisation dieser Art in der Schweiz, würde ein Verbot der organisierten Suizidhilfe zu grossen Problemen führen. Angehörige unter emotionaler Belastung oder nicht dafür ausgebildete Ärzte müssten die Sterbewilligen begleiten, es käme vermehrt zu Komplikationen oder gar zu Unfällen.

Dies zeigten Studien aus Holland, wo Ärzte die Sterbehilfe vornähmen und die Komplikationsrate bei 23 Prozent liege. Bei Exit dagegen habe es in 27 Jahren praktisch keine Komplikationen gegeben.

Restriktionen würden sogar noch mehr menschliches Leid mit sich bringen, schreibt Exit. Begleitungen nur noch in unmittelbarer Todesnähe würden bedeuten, dass etwa sterbewillige Schmerzpatienten, MS-Erkrankte, Alzheimer-Betroffene und Tetraplegiker zum Weiterleben gezwungen würden. Fristen vor der Freitodbegleitung würden dazu führen, dass Lungenkrebskranke qualvoll erstickten und Magen-/Darmkrebskranke unter grossen Schmerzen sterben müssten, statt dass sie würdig und sanft einschlafen dürften.

Exit warnt deshalb vor diesem Leid und weist darauf hin, dass sich die heutige Regelung in 67 Jahren bewährt habe. Deshalb werde sie auch von 75 Prozent der Bevölkerung befürwortet und nur zwölf Prozent hielten die Regelung für zu liberal, wie aus einer Anfang April veröffentlichten Umfrage hervorgegangen sei.

Exit befürworte aber eine bessere gesetzliche Regelung als nur den einen Satz im Strafgesetzbuch. Sie könnte mögliche Missbräuche verhindern und besser verankern, was längst gesellschaftliche Realität sei und zum Alltag gehöre.

Exit weist darauf hin, dass es bei der Vernehmlassung nicht um Exit oder die organisierte Freitodhilfe gehe. Es gehe um die Bedürfnisse der Bewohner dieses Landes. Exit setze sich für die Selbstbestimmung ein und damit für die volle Wahlmöglichkeit am Lebensende zwischen Schulmedizin, Palliativpflege oder Sterbehilfe.

Die Freitodhilfe gehöre in der Schweiz seit bald 30 Jahren zum Alltag. Laut Exit gibt es in der Schweiz jährlich 350 begleitete Suizide, 92 Prozent davon im Rahmen von offiziellen Sterbehilfe-Organisationen.

(ap/godc)

Kommentare aktiv...

I. Sagen, Kt.Zürich

Verfasst am: 25.6.2009 10:54

Ich denke,es steht Ihnen nicht zu

den Menschen vorzuschreiben wie sie sich einen... mehr

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B. Denken, Oberschlau

Verfasst am: 25.6.2009 9:19

Ja genau, Menschenwürde...

... und diese hat mit (Hilfe zum) Selbstmord... mehr

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B. Denken, Oberschlau

Verfasst am: 25.6.2009 9:01

Begleiten statt töten

Meine Frage nach mehr Information bezog sich auf... mehr

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