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International

US-Reporter entwischt den Taliban

Samstag, 20. Juni 2009, 21:52 Uhr, Aktualisiert 22.06.2009, 8:46 Uhr

Nach sieben Monaten in der Hand von Taliban-Kämpfern in Pakistan ist einem Reporter der «New York Times» die Flucht in die Freiheit gelungen. Dies berichtete die Zeitung; sie berief sich dabei auf die Ehefrau des Verschleppten.

Ein Porträt von David Rohde aus dem Jahr 1995.
Zweites Mal in Gefangenschaft: Rohde im November 1995 in Boston, nachdem er aus serbischer Haft entlassen worden war. (reuters)

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David Rohde und ein afghanischer Reporter entkamen demnach aus den Händen der radikalislamischen Taliban im pakistanischen Nord-Waziristan. Sie seien Freitagnacht über die Mauer des Gebäudes geklettert, in dem sie festgehalten wurden.

Anschliessend hätten sie eine pakistanische Patrouille angetroffen, die sie zum nächsten Armeestützpunkt gebracht habe. Von dort seien sie am Samstag zu dem US-Militärstützpunkt Bagram in Afghanistan geflogen worden.

Der 41-jährige Rohde und seine afghanischer Kollege Tahir Ludin waren im November ausserhalb von Kabul gemeinsam mit ihrem Fahrer entführt worden. Die Zeitung hatte dies nach eigenen Angaben bisher geheimgehalten, um die Sicherheit der Männer nicht zu gefährden.

Rohde ging es gesundheitlich offenbar gut, sein Kollege habe sich bei der Flucht am Fuss verletzt, hiess es. Der Fahrer sei nicht mit ihnen geflohen.

Rohde hat 1996 für seine Berichterstattung über das Massaker an bosnischen Muslimen in Srebrenica, damals noch für den «Christian Science Monitor», den Pulitzerpreis gewonnen. Dabei war es ihm gelungen, die Existenz der berüchtigten Massengräber bosnischer Männer zu verifizieren, über die bis dahin nur gemutmasst worden war.

Während seiner Recherchen war Rohde für einige Zeit in serbischer Haft, weil er - angeblich - unerlaubt in ein Sperrgebiet eingedrungen war. Ihm wurde vorgeworfen, als Spion für die Nato tätig zu sein, worauf im Extremfall die Todesstrafe gestanden hätte. Nach zehn Tagen mit extrem schwierigen Haftbedingungen wurde der Reporter jedoch im November 1995 freigelassen.

1996 wechselte er zur «New York Times». Im vergangenen Jahr arbeitete er an einem Buch über das Engagement der USA in Afghanistan und wollte ein Interview mit einem Taliban-Kommandanten führen, als er am 10. November verschwand.

(sda/hues)

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