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Schweiz

Massive Erhöhung der CO2-Abgabe

Freitag, 19. Juni 2009, 11:28 Uhr, Aktualisiert 20.06.2009, 0:24 Uhr

Die CO2-Abgabe wird gemäss Vorgabe des Parlaments auf 1. Januar 2010 von heute 12 Franken auf 36 Franken pro Tonne CO2 erhöht. Dies entspricht ungefähr einer Erhöhung der bestehenden CO2-Abgabe von heute 3 Rappen auf 9 Rappen pro Liter Heizöl.

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Verdreifachung der CO2-Abgabe ab 2010

Damit stehen ab 2010 bis zu 200 Millionen Franken pro Jahr für die Förderung von klimafreundlichen Gebäudesanierungen zur Verfügung.

Die am 19. Juni 2009 vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) veröffentlichte CO2-Statistik zeigt, dass sich die CO2-Emissionen aus dem Verbrauch von Brennstoffen zwischen 2007 und 2008 nur wenig verändert haben. Sie sind in diesem Zeitraum nur ganz leicht gesunken, nachdem zwischen 2006 und 2007 noch ein deutlicher Rückgang von 6,5 % zu beobachten war.

Die Brennstoffemissionen lagen 2008 bei 88,8 Prozent des Wertes von 1990 und damit deutlich über der Schwelle von 86,5 Prozent, die das Parlament bei der Genehmigung der CO2-Abgabesätze festgelegt hatte. Die CO2-Abgabe wird somit auf den 1. Januar 2010 von 12 Franken auf 36 Franken pro Tonne CO2 erhöht.

Die Erhöhung der CO2-Abgabe soll einen Anreiz setzen, Energie effizienter einzusetzen oder auf alternative Energieträger umzusteigen, damit die Schweiz unabhängiger von fossilen Brennstoffen wird. Einen wichtigen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leistet auch die vom Parlament am 12. Juni 2009 beschlossene Teilzweckbindung der CO2-Abgabe für ein Gebäudesanierungsprogramm.

Die neusten Zahlen der CO2-Statistik bestätigen, dass die Anstrengungen im Treibstoffbereich deutlich verstärkt werden müssen, um eine dauerhafte Trendwende herbeizuführen. Bereits auf 1. Januar 2012 sollen daher für neue Personenwagen CO2-Emissionsvorschriften gelten. Eine entsprechende Vorlage ist zurzeit in Anhörung. Bis Ende Juni 2009 haben interessierte Kreise Gelegenheit, zur Ausgestaltung Stellung zu nehmen.

Im März 2007 genehmigte das Parlament die CO2-Abgabesätze und knüpfte die Einführung an folgende Zwischenziele für die Brennstoffemissionen:

ab 2008: Abgabe von 12 Franken, falls die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen nach der vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) geführten CO2-Statistik im Jahre 2006 mehr als 94 Prozent der Emissionen des Jahres 1990 betragen

ab 2009: Abgabe von 24 Franken, falls die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen nach der vom BAFU geführten CO2-Statistik im Jahre 2007 mehr als 90 Prozent der Emissionen des Jahres 1990 betragen.

ab 2010: Abgabe von 36 Franken, falls die CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen nach der vom BAFU geführten CO2-Statistik im Jahre 2008 mehr als 86,5Prozent oder in einem der folgenden Jahre mehr als 85,75Prozent der Emissionen des Jahres 1990 betrugen.

Die Einhaltung der Zwischenziele wird vom Bundesamt für Umwelt anhand der CO2-Statistik überprüft.

Derweil wurde bekannt, dass in der Schweiz der Endenergieverbrauch im Jahr 2008 mit 900'040 Terajoule (TJ) um 4,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahres (2007: 864`900 TJ) lag. Der bisherige Rekordwert von 892'800 TJ stammt aus dem Jahr 2005. Nachdem der Energieverbrauch während zwei Jahren rückläufig war (2006: -0,5%, 2007: -2,7 Prozent) war die Zunahme im Jahre 2008 so hoch wie letztmals 1991 (+4,7Prozent).

Ein Verbrauchsanstieg war sowohl bei den Brennstoffen, den Treibstoffen sowie bei der Elektrizität zu verzeichnen. Einzig der Kohleverbrauch, der allerdings mit 0,7 Prozent nur einen sehr geringen Anteil am Gesamtverbrauch hat, ging zurück.

Die Brennstoffe Heizöl extra-leicht (+5,1Prozent) und Erdgas (+6,1Prozent) legten ebenso zu wie die Treibstoffe insgesamt (+3,2 Prozent). Einen starken Anstieg verzeichnete der Absatz von Dieselöl (+10 Prozent) und der Flugtreibstoffe (+6,9 Prozent), während der Benzinverbrauch (-2,2 Prozent) leicht rückläufig war.

Der Trend zur Substitution von Benzin durch Dieseltreibstoff setzte sich damit im Vergleich zum Vorjahr verstärkt fort.

Die Zunahme beim Elektrizitätsverbrauch betrug 2,3%. Einen zweistelligen Verbrauchsanstieg verzeichneten das Energieholz (+13,1 Prozent) und die übrigen erneuerbaren Energien (+14,3 Prozent). Letztere hauptsächlich wegen der stärkeren Nutzung von Umgebungswärme durch Wärmepumpen (+18 Prozent).

Zugelegt hat auch die Fernwärme (+5,8 Prozent) ebenso wie die energetische Verwendung von Industrieabfällen (+5,1 Prozent). Weiterhin rückläufig ist die Verwendung von schweren Heizölsorten (-2,3 Prozent) und Petrolkoks (-14,7 Prozent).

Zum hohen Gesamtenergieverbrauch trug auch die positive volkswirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2008 bei: Das Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg um 1,6 Prozent.

(pd/bosy)