Schweiz
Dignitas-Sterbebegleitung in neuen Räumen
Dignitas hat eine Übergangslösung gefunden, um weiterhin Freitodbegleitungen durchführen zu können. Mit Hilfe von Mitgliedern der Organisation kaufte Dignitas-Chef Ludwig A. Minelli in Pfäffikon im Zürcher Oberland eine Liegenschaft.
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Beim Erwerb der Liegenschaft halfen mehr als 240 Mitglieder sowie Angehörige von Personen, die von der Organisation in den letzten Jahren in den Tod begleitet wurden, wie Minelli mitteilte.
Sie stellten innerhalb kurzer Zeit finanzielle Mittel in der Höhe von rund 860'000 Franken zur Verfügung. Wie hoch der Kaufpreis der Liegenschaft ist, wurde nicht mitgeteilt. Dignitas will ab dem 1. Juli aber nur vorübergehend in Pfäffikon Sterbebegleitungen durchführen.
«Wir haben erst aus den Medien erfahren, dass Dignitas in der Gemeinde eine Liegenschaft erworben hat», so der überraschte Gemeinderat gegenüber «Schweiz aktuell». Er werde nun die Rechtsgrundlage analysieren, hiess es weiter.
Dignitas beabsichtigt nach wie vor, Freitodbegleitungen später in die im August 2008 erworbene Liegenschaft in Wetzikon (ZH) zu verlegen.
Dignitas ist auf eine Zwischenlösung angewiesen. In Schwerzenbach (ZH), wo die Sterbehilfeorganisation derzeit in einer Gewerbeliegenschaft legal Menschen in den Tod begleitet, läuft der Mietvertrag Ende des Monats aus. Der Vermieter kündigte Dignitas, weil bekannt wurde, dass sie in Einzelfällen zur Freitodhilfe Helium verwendet hatte.
In Wetzikon regte sich aber ebenfalls Widerstand. Die Liegenschaft dort befindet sich in einer Wohnzone mit Gewerbeerleichterung, einer so genannten Mischzone.
Die lokale Baukommission lehnte das notwendige Umnutzungsgesuch für die Liegenschaft von Dignitas aber ab. Die Nutzung für Sterbebegleitungen sei zwar grundsätzlich zonenkonform, doch stelle die Präsenz einer Institution wie Dignitas, eine «schwerwiegende Belastung für die Nachbarschaft dar», wurde argumentiert.
In unmittelbarer Nähe der Liegenschaft in Wetzikon befinden sich ein Kindergarten, eine Berufsschule sowie eine Alterssiedlung. Minelli focht den Entscheid der Baukommission bei der kantonalen Baurekurskommission an. Deren Entscheid erwartet der Dignitas-Gründer nach den Sommerferien, wie er schreibt.
(sda/hesa)
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