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International

EU greift Pakistan unter die Arme

Mittwoch, 17. Juni 2009, 17:59 Uhr

Pakistan bekommt im Kampf gegen die Extremisten in den Grenzgebieten zu Afghanistan finanzielle Hilfe aus Brüssel. Doch nicht nur das: Wie SF-Korrespondent Christoph Nufer berichtet, plant die EU auch, 30 bis 40 Geheimdienstleute aus den EU-Staaten für den Kampf gegen den Terror nach Pakistan zu schicken.

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Interview mit Alain Deletroz

Dies sagte Alain Deletroz, Vize-Präsident Europa bei der International Crisis Group (ICG) in Brüssel, im Interview mit Nufer. Die ICG wurde 1995 gegründet und liefert Analysen für Regierungen, Medien und NGOs zu Krisen-Gebieten weltweit.

Laut Deletroz ist es für Pakistan enorm wichtig, dass der Wiederaufbau des zerstörten Landes vorangetrieben wird. «180 Schulen wurden zerstört und 300‘000 Menschen vertrieben. Das Motto der pakistanischen Armee war bisher ‹suchen und zerstören›. Die EU sollte verlangen, dass die Armee ein zweites Motto bekommt: ‹Gebiet halten und aufbauen›. Ansonsten werden die militanten Taliban weiterhin im Vordergrund stehen.»

Die EU-Kommission sagte dem pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari bei dessen Besuch am EU-Pakistan-Gipfel in Brüssel zu, die humanitäre Hilfe für Flüchtlinge der Kämpfe zwischen den pakistanischen Streitkräften und den Taliban von 7 auf 72 Mio. Euro aufzustocken.

Zusammen mit den bereits im April auf einer Geberkonferenz in Tokio zugesagten Entwicklungshilfezahlungen erhalte Pakistan in diesem Jahr 124 Millionen Euro von der EU-Kommission, erklärte Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Im Gegenzug erwarte Europa, dass Pakistan auf dem Weg der Demokratisierung voranschreite: «Ich vertraue darauf, dass die Tage der Militärherrschaft in Pakistan ein für alle Mal vorbei sind», sagte Barroso.

Zardaris Vorgänger, Pervez Musharraf, war 1999 durch einen Putsch an die Macht gekommen und behielt auch als Präsident sein Amt als Heereschef.

(sf/ap/sidd)

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