Kultur
Salinger-Romanheld soll nicht weiterleben
Der amerikanische Kultautor J. D. Salinger verwahrt sich gerichtlich gegen eine Fortsetzung seines Jugendromans «Der Fänger im Roggen» um die Figur Holden Caulfield. Aus der Reserve gelockt hat den 90-Jährigen Schriftsteller ein junger Kollege.
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Salinger reichte nach Angaben der «New York Daily News» Klage bei einem US-Bundesgericht in New York gegen den Verlag und den Autor eines Buches ein, der seine Romanfigur Holden Caulfield wieder auferstehen lässt.
In Salingers Roman von 1951 ist Caulfield rebellische 17 Jahre alt, nach New York ausgerissen und begehrt gegen gesellschaftliche Schranken auf. Der Folgeroman «60 Years Later: Coming Through the Rye» (60 Jahre später: Durch den Roggen gekommen) zeigt den Protagonisten als 76-Jährigen, der sich aus einem Altersheim absetzt, um durch New York City zu wandern.
In seiner Klage nennt Salinger die Fortsetzung seines Bestsellers, der weltweit millionenfach verkauft wurde, «einen Betrug, schlicht und einfach», schreibt die «Daily News».
Von dem Autor der Fortsetzung ist nicht viel mehr bekannt, als dass er sich J.D. California nennt. Der britischen Zeitung «The Guardian» sagte der angeblich 33-jährige California, er habe sich immer gewundert, was wohl aus Caulfield geworden sei.
Salinger hatte sich nach dem Erfolg mit seinem «Fänger im Roggen» in die Einöde des Neuengland-Staates New Hampshire zurückgezogen und nur noch gelegentlich einen Text herausgegeben. Angeblich schreibt er aber unermüdlich weiter und sammelt die Manuskripte im Büro seines Waldhäuschens.
Die einzigen Informationen, die in den vergangenen Jahrzehnten über ihn an die Öffentlichkeit gelangten, stammen von seiner Tochter und einer Ex-Frau.
(sda/bosy)
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