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International

Klima-Flüchtlinge suchen neue Heimat

Dienstag, 2. Juni 2009, 3:15 Uhr, Aktualisiert 09:11 Uhr

Indonesien hat 240 Millionen Einwohner, mehr als 17'000 Inseln und ein grosses Herz: Der Fischereiminister Freddy Numberi will Klima-Flüchtlingen künftig Zuflucht gewähren. Und die Zahl der Gebiete, die die Folgen der Erderwärmung hautnah zu spüren bekommen, wächst immer weiter.

Zwei Mädchen in einem Holzboot.
Fluten mit Folgen: Ohne Boot wäre der Schulweg für die Mädchen in der indonesischen Riau-Provinz nicht mehr zu schaffen. (reuters)

Und die Projekte zur Aufnahme von Klima-Flüchtlingen hat das südostasiatische Land offenar schon parat. «Ich habe die Pläne ausgearbeitet, sie sind in der Schublade des Fischereiministers», sagte Syamsul Maarif, Generaldirektor im Fischerei-Ministerium und zuständig für Küsten und kleine Inseln, am Rande der Welt-Ozean-Konferenz in Manado.

«Uns geht es um nachbarschaftliche Hilfe», sagt Syamsul. «Wir haben eine soziale Verantwortung. Die Hälfte unserer Inseln sind unbewohnt, da ist das doch kein Problem.»

Von «Miete» will Syamsul nichts wissen. «Das sind ja Menschen, die nach dem Verlust ihrer Heimat mittellos sind», sagt er. «Ich rede ungerne von Miete, ich sage lieber: Wir wollen den Menschen Zuflucht bieten.»

Der Meeresspiegel steigt seit Jahren. Der Weltklimarat hat einen Anstieg bis 2100 um 18 bis 59 Zentimeter prognostiziert und Alarm geschlagen. Doch halten viele Experten einen Anstieg von bis zu 1,10 Meter für realistischer. Das wäre das Ende vieler Insel-Nationen.

Der Präsident der Malediven, Mohamed Nasheed, spart schon, um Land in Indien oder anderswo zu kaufen - damit die 385'000 Einwohner beim Untergang des Archipels nicht heimatlos werden. Viele der gut 1000 Inseln ragen nur einen Meter aus dem Meer.

Exodus in der Südsee: « Uns läuft die Zeit davon»

Auch in der Südsee läuft der Exodus schon. Die Carteret-Inseln vor Papua-Neuguinea stehen so häufig unter Wasser, dass Anfang Mai die ersten Familienväter für immer nach Tinpuz auf das Festland gezogen sind. Sie bereiten dort Parzellen, die die katholische Gemeinde zur Verfügung stellte, für die Umsiedlung ihrer Familien vor.

«Uns läuft die Zeit davon», warnte im April auf den Salomonen-Inseln der Abgeordnete Manasseh Maelanga. «Die Ministerien müssen mit der Umsiedlung beginnen, zumindest von den besonders niedrig gelegenen Atollen», forderte er im Parlament. Die Inseln haben eine halbe Million Einwohner. Von Tuvalu mit einer Maximalhöhe von vier Metern flüchten auch schon einige der 12'000 Einwohner.

In Auckland in Neuseeland wächst schon jetzt eine Exil-Gemeinde der Inselbewohner. Die Malediven orientieren sich bei der Suche nach einem neuen zu Hause aus geografischen Gründen eher nach Indien.

Die anderen stehen aber auf der Liste des Indonesiers Samysul; er nennt die Einwohner von Tuvalu, den Salomonen und den Fidschi-Inseln als mögliche Gäste. Konkrete Gespräche, betont er, gibt es noch nicht. «Über so etwas muss im Rahmen der Vereinten Nationen gesprochen werden», sagt er.

Welche Inseln infrage kommen, sagt der Generaldirektor auch noch nicht. Er erinnert daran, das der Anstieg des Meeresspiegels auch Indonesien bedroht. «Wir rechnet damit, dass bis 2050 rund 2000 unserer Inseln verschwinden könnten», sagt er. Bleiben noch 15'000. «Natürlich müssen wir uns auch um unsere eigenen Leute kümmern.»

Indonesien ist schon einmal mit gutem Beispiel voran gegangen: Pulau Galang nördlich von Sumatra, ganz in der Nähe von Singapur, war Zufluchtsstätte für Flüchtlinge.

Zwischen 1979 und 1996 lebten auf dem 80 Quadratkilometer großen Eiland Vietnamesen, die sogenannten Boatpeople, die vor dem kommunistischen Regime geflüchtet waren. Die meisten siedelten mit Hilfe des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR später in die USA, nach Europa und Australien um.

(agenturen/halp)

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I. Ndlovu, Nelspruit

Verfasst am: 2.6.2009 9:33

Ich hoere schon...

... das sind nur normale Fluktuationen,... mehr

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