International
Milchbauern gehen auf die Strasse
In einem dramatischen Appell an die EU hat der europäische Bauernverband Copa eine vorzeitige Auszahlung der Direktbeihilfen für Landwirte gefordert. Normalerweise erfolgt diese im Dezember.
Zahlreiche Bauern hätten wegen des Verfalls der Milchpreise «Probleme, Essen und Kleidung für ihre Familien zu bezahlen», sagte Copa-Präsident Padraig Walshe. Die Preise für Butter seien seit September um über 40 Prozent, die Käsepreise sogar um durchschnittlich 50 Prozent gefallen.
Die EU-Kommission müsse deshalb den Export von Milch in Länder ausserhalb der EU stärker subventionieren und die Verwendung von Milchprodukten bei der Herstellung von Eis und Backwaren subventionieren, forderte Walshe. Derzeit greife die Lebensmittelindustrie häufig zu billigeren Pflanzenfetten, was die Absatzprobleme der Bauern verschärfe.
Ein Protestzug von mehreren hundert Bauern marschierte zum Sitz des EU-Ministerrats. Die vom European Milk Board organisierte Demonstration richtete sich unter anderem gegen die Lockerung der Milchquote. Die Milchquote legt die europaweit zulässige Produktionsmenge fest.
Viele Bauern befürchten, dass ihre Ausweitung den Preisdruck weiter verschärfen wird. Allerdings wird die Quote derzeit nicht voll ausgeschöpft.
Auch in Deutschland protestierten die Milchbauern und verlangten vom Staat Unterstützung. Sie scheinen mit ihren Forderungen Erfolg zu haben: Agrardiesel soll deutlich billiger werden. Wir werden die Land-und Forstwirte dadurch mit etwa 285 Millionen Euro im Jahr entlasten», erklärten die Fraktionschefs von Union und SPD .
(sda/schl)
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D. Schutz, Bellinzona
Verfasst am: 25.5.2009 19:22
Wer zahlt wohl die Rechnung?
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