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Melander-Fischzucht bald Geschichte?

Mittwoch, 13. Mai 2009, 17:56 Uhr, Aktualisiert 21:11 Uhr

Am kommenden Freitag läuft die behördliche Frist für den Besitzer der Melander-Fischzucht in Oberriet (SG), Hans Raab, ab. Er sollte die Tötungsmethode für die Fische dem Tierschutzgesetz anpassen. Alles deutet aber darauf hin, dass Raab seine Drohung wahrmacht und den Betrieb schliesst.

Hans Raab hält einen geköpften Melander in der Hand.
Hans Raab will die Tötungsart in seiner Fischzucht nicht ändern. (keystone)

Hans Raab ist jedoch nicht das erste Mal mit Behörden und Unternehmern im Clinch. «Er ist cholerisch ohne Ende. Er muss seinen Kopf durchsetzen. Egal, was es kostet», sagt Jürgen Hautz, ein ehemaliger Mitarbeiter, gegenüber der «Rundschau».

Hautz hat für Hans Raab Fischzuchtanlagen gebaut und getestet, in der Meinung, er sei gleichberechtigter Partner für das geplante Grossprojekt in Oberriet. Verträge darüber, gab es aber nicht.

Mitte 2006 kam für Hautz das böse Erwachen. «Als Raab das ganze Know-How für die Anlagen und die Zucht der Melander hatte, hat er mir ein Hausverbot erteilt. Damit war ich draussen», sagt Jürgen Hautz. Hans Raab habe ihn vorsätzlich über den Tisch gezogen.

In einer Stellungnahme weist Hans Raabs Rechtsanwalt die Vorwürfe von Jürgen Hautz zurück: «Es gibt Belege, dass Herr Hautz für seine Tätigkeit für Hans Raab vollumfänglich bezahlt wurde. Diese Vorwürfe sind nicht gerechtfertigt und tatsachenwidrig.»

Hans Raab hat mit seinen ökologischen Reinigungsgeräten Millionen gemacht. Der deutsche Multimillionär wollte mit der 30 Millionen Franken teuren High-Tech-Fischanlage seinen zweiten grossen Coup landen.

Die Behörde schritt ein, weil Raabs Tötungsmethode nicht dem neuen Tierschutzgesetz entspricht. Statt seine Fischfarm den rechtlichen Auflagen anzupassen, beschimpfte er die Behörde und drohte, den Betrieb zu schliessen.

Hans Raab weist jegliche Schuld von sich und schiebt sie der Schweizer Behörde in die Schuhe.

Raab wettert in seiner eigenen Zeitung gegen die in seinen Augen korrupte Justiz. In einer sogenannten «Schweinereien-Hitparade» diffamiert er regelmässig Politiker und Behördenvertreter.

Hierzulande ist er nicht nur mit den Behörden im Clinch. Handwerker beklagen offene Rechnungen. Die Bohrfirma Foralith sagt, Raab schulde ihnen noch 700‘000 Franken für eine Tiefenbohrung. Eine regionale Arbeitsgemeinschaft von fünf Unternehmern fordert insgesamt 150‘000 Franken ausstehende Zahlungen. Entsprechende Klagen sind beim Handelsgericht deponiert.

Bei einem Bauprojekt von rund 30 Millionen Franken seien solche Meinungsverschiedenheiten normal, teilte Raabs Anwalt der mit.

Raab wird seine Drohung spätestens übermorgen wahrmachen und die 130 Meter lange Anlage aus Protest als Industrieruine stehen lassen. Dass ihn das selber viel kosten wird, stört Raab offenbar nicht.

Auch in seiner Heimat Deutschland hatte er in früheren Jahren ähnliche Auseinandersetzungen. Damals ging es um Steuergelder. Das Saarländische Finanzamt forderte Nachzahlungen in Millionenhöhe. Raab sah darin eine Verschwörung und stritt jahrelang vor Gericht.

«Hans Raab fühlt die ganze Welt, insbesondere die Behörden, gegen sich gerichtet und das prägt ihn so, dass er gar nicht mehr auf sachliche Lösungen ausgerichtet ist», beschreibt der damalige Finanzrichter aus Saarbrücken, Peter Bilsdorfer, Raabs Verhalten.

(sf/bosy)

Kommentare aktiv...

S. Szöke

Verfasst am: 14.5.2009 21:45

warum passt sich nicht die Behörde an

HaRa tut ja nichts böses aber nicht das was... mehr

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C. P., Nordostschweiz

Verfasst am: 14.5.2009 19:33

Danke

Freut mich dass Sie, M.Marty und A. Kaufmann... mehr

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C. P., Nordostschweiz

Verfasst am: 14.5.2009 19:30

Gegenfrage

Raab hatte zu Beginn alle gesetzlichen Auflagen... mehr

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