Schweiz
Experten warnen vor Verharmlosung
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das Schweinegrippevirus nicht besonders aggressiv ist: Es ist laut Schweizer Fachleuten noch zu früh, um die Hände in den Schoss zu legen und zum Courant normal überzugehen. In Abklärung sind in der Schweiz derzeit 23 Verdachtsfälle.
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Diese Ansicht vertritt die Mikrobiologin Kathrin Mühlemann in einem Interview in der Berner Tageszeitung «Bund». Mühlemann ist Professorin für Klinische Mikrobiologie an der Universität Bern und Co-Direktorin des Instituts für Infektionskrankheiten.
Auch Patrick Mathys, Leiter der Sektion Pandemievorbereitung im Bundesamt für Gesundheit (BAG), teilte in der «Samstagsrundschau» von Radio DRS diese Einschätzung. Es sei immer noch zu früh für definitive Prognosen.
Nach Angaben von Mathys wurden in der Schweiz bisher 38 Verdachtsfälle abgeklärt. Bei 20 könne eine Infektion inzwischen ausgeschlossen werden, bei 17 sei das Ergebnis noch ausstehend. Bestätigt habe sich die Erkrankung in dem bereits bekannten einen Fall in Baden.
Das Schweinegrippevirus ist laut der Berner Mikrobiologin Mühlemann vorderhand nicht unbedingt als «gefährlich», sondern eher als «Besorgnis erregend» einzustufen, zumal es das Potenzial für eine Pandemie hat.
Mit jedem Tag steige zwar die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Virus als weniger aggressiv erweisen werde als zunächst befürchtet. «Ich halte es aber für nicht sehr klug, heute schon solche Statements abzugeben.» Das könne die Bevölkerung zu stark beruhigen, handkehrum aber Verunsicherung und Unmut auslösen, wenn sich dann doch eine höhere Gefährlichkeit herausstellen würde.
Wenn jetzt zu früh entwarnt würde und es dann doch zu einem Todesfall käme, würde dies nicht akzeptiert. «Wir wissen noch immer nicht, wie krank machend dieses Virus ist.»
Wenn 30 Prozent der Bevölkerung daran erkrankten und das Bett hüten müssten, hätte das einen wesentlichen Einfluss auf das öffentliche Leben und die Wirtschaft - «ausgerechnet in einer Zeit, in der wir schon wirtschaftliche Probleme haben».
Auch wenn es noch keine Hinweise gebe, dass sich das Virus in der Schweiz schon so etabliert habe, dass es von Mensch zu Mensch übertragen werde: das Einhalten der üblichen Hygiene wie Nastuch beim Niesen, Händewaschen, sich fern halten von Erkrankten etc. sei sinnvoll. Sinnvoll sei es auch, Gesichtsmasken zu Hause zu haben.
Sich als Privatperson mit Tamiflu einzudecken, ist laut Mühlemann hingegen unnötig. Das Medikament solle nur auf ärztliche Verordnung eingesetzt werden, da es Nebenwirkungen haben könne und deshalb nicht unbedenklich sei. Dass einige Apotheken Tamiflu offenbar rezeptfrei abgeben, ist laut Mühlemann illegal.
In der Schweiz gibt es derzeit noch 23 Verdachtsfälle von Schweinegrippe. Bislang gingen total 44 Meldungen über Verdachtsfälle ein. Betroffen waren die Kantone Aargau, Bern, Basel-Land, Basel-Stadt, Genf, Jura, Luzern, St. Gallen, Waadt, Wallis und Zürich.
23 Fälle sind in Abklärung. Weitern gibt es nur einen Fall, in dem sich der Verdacht bestätigte. In 20 der 44 Fälle wurde Schweinegrippe ausgeschlossen.
Das BAG rechnet zudem mit einem steigenden Risiko weiterer Erkrankungen in der Schweiz. Eine allgemeine Gefährdung für die Bevölkerung besteht laut dem Bundesamt aber weiterhin nicht.
(sda/weis)
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E. Anywhere, St. Burnaby
Verfasst am: 3.5.2009 9:07
Entschuldigen
Sie bitte aber Sie müssen auch an die arme, arme... mehr
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