International
Berlusconi verschiebt G8-Gipfel ins Erdbebengebiet
Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi will den G8-Gipfel vom Juli in die vom Erdbeben zerstörte Stadt L'Aquila verlegen. Kein Globalisierungsgegner werde es wagen, in dieser zerstörten Region gegen die G8 zu demonstrieren, sagte Berlusconi.
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Der Vorstoss von Berlusconi, den Gipfel von Sardinien in das Erdbebengebiet zu verlegen, kommt überraschend. Das Kabinett hat diesem bereits zugestimmt.
Als Tagungsort des Treffens der sieben führenden Industrienationen und Russlands sei kein anderer Ort besser geeignet, sagte Berlusconi nach der Kabinettssitzung in L'Aquila. Der G8-Gipfel werde in einer Polizeikaserne stattfinden, auf deren Hof vor zwei Wochen das Begräbnis der Erdbebenopfer stattgefunden hatte.
Berlusconi rechnet damit, dass wenige Demonstranten in die Katastrophenregion reisen werden. Kein Globalisierungsgegner werde den Mut haben, in dieser zerstörten Gegend gegen die G8 zu demonstrieren, sagte der Ministerpräsident.
Die Verschiebung des G8-Gipfels in die Abruzzen soll zudem Einsparungen von 220 Millionen Euro bringen. Wenn weniger Demonstranten anreisen, könne laut Berlusconi bei der Sicherheit massiv gespart werden. «Dieses Geld können wir für die Erdbebenregion Abruzzen verwenden», so Berlusconi.
Der Bürgermeister von La Maddalena, wo der G8-Gipfel ursprünglich hätte stattfinden sollen, reagierte überrascht und empört auf Berlusconis Beschluss. «Ich weiss nicht was ich sagen soll», sagte Angelo Comiti. «Nicht einmal Kafka hätte einen derartigen Plan entwerfen können. Ich hatte bereits den Verdacht, dass Berlusconi nicht besonders an Sardinien interessiert ist und das ist jetzt die eklatanteste Bestätigung meiner Vermutungen», sagte er.
Die Verlegung, die mehr als zwei Jahre Planung für den ursprünglichen Tagungsort über den Haufen werfen könnte, bedarf noch der Zustimmung der sieben anderen G8-Staaten.
Berlusconi hatte im vergangenen Jahr während der Müllkrise im süditalienischen Neapel zunächst für eine Verlegung des G8-Gipfels in die Stadt unter dem Vesuv plädiert.
(agenturen/meip)
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