International
Iran verurteilt US-Journalistin zu 8 Jahren Haft
Obama zeigt sich «tief enttäuscht»
Ein iranisches Gericht hat eine US-Journalistin wegen Spionage zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Der Fall droht die jüngste politische Annäherung zwischen den USA und dem Iran im Atomstreit zu überschatten.
Wann der Schuldspruch fiel, ist nicht bekannt. Das Gerichtsverfahren gegen die Journalistin Roxana Saberi war am Montag mit ungewöhnlicher Eile und hinter verschlossenen Türen abgehandelt worden. Saberis Anwalt will das Urteil anfechten.
Die 31-jährige Journalistin war Ende Januar festgenommen worden. Ihr wurde vorgeworfen, Alkohol gekauft zu haben, was im Iran verboten ist. Später hiess es, dass ihre Akkreditierung abgelaufen sei. Anfang April wurde sie dann wegen Spionage angeklagt.
Saberi hat eine doppelte Staatsangehörigkeit und lebt seit sechs Jahren im Iran. Sie berichtete für mehrere Medien, darunter den britischen Rundfunksender BBC und das National Public Radio in den USA.
Das Weisse Haus betrachtet das Gerichtsurteil als «Rückschlag» in den Bemühungen von US-Präsident Barack Obama um eine Verständigung mit Teheran und hat die Anschuldigungen als grundlos bezeichnet. Der Präsident sei über das Urteil «tief enttäuscht», betonte ein Sprecher Obamas.
Auch Aussenministerin Hillary Clinton hatte sich «tief besorgt» über die Anklageerhebung geäussert und die sofortige Freilassung der Journalistin gefordert. Für die Freilassung Saberis haben sich auch mehrere Menschenrechtsorganisationen eingesetzt.
(reuters/ap/sda/meip)



