International
Lage in Moldawien beruhigt sich
193 Demonstranten festgenommen
Nach blutigen Krawallen in der moldawischen Hauptstadt Chisinau haben die Behörden die Lage nach eigenen Angaben wieder weitgehend unter Kontrolle. Moldawien beschuldigt Rumänien, die gewalttätigen Protesten unterstützt zu haben.
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Ein Grossaufgebot der Polizei habe in der Nacht die Demonstranten mit Warnschüssen aus dem Zentrum vertrieben. Die Polizei nahm amtlichen Angaben zufolge 193 Demonstranten fest. Ihnen würden Plünderungen, Rowdytum, Raub und kriminelle Übergriffe vorgeworfen, erklärte das Innenministerium laut der russischen Nachrichtenagentur RIA.
Bei den schweren Unruhen war am Dienstag mindestens eine Frau im brennenden Parlament ums Leben gekommen. Medien berichteten unter Berufung auf Ärzte von etwa 100 Verletzten.
Die Opposition kündigte weitere Kundgebungen an. Sie protestiert gegen den erneuten Sieg der Kommunisten bei der Parlamentswahl vom vergangenen Sonntag.
Die Opposition fordert den Rücktritt der Regierung und Neuwahlen innerhalb von drei Monaten. Sie spricht von manipulierten Wahlen. Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten die Abstimmung als demokratisch mit einigen Defiziten gelobt.
Zudem hat das moldawische Aussenministerium den rumänischen Botschafter aufgefordert, das Land zu verlassen. Grund: Moldawien beschuldigt Rumänien hinter den Protesten zu stehen und diese zu unterstützen.
Der Grossteil Moldawiens gehörte früher zu Rumänien. Seit langem gärt der Streit zwischen denjenigen, die Moldawien als unabhängigen Staat erhalten wollen und denjenigen, die eine Vereinigung mit Rumänien befürworten.
Rumänien wies die Vorwürfe einer Einmischung als Provokation zurück. Nach Angaben des rumänischen Zolls schloss Moldawien seine Grenzen für Ausländer und liess nur noch in Rumänien lebende Moldawier passieren.
(sda/reuters/sprm)
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