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Wer ist Eugen Haltiner?

Dienstag, 31. März 2009, 12:31 Uhr, Aktualisiert 13:30 Uhr

Enge Verbindungen zur UBS

Immer wieder wird Finma-Chef Eugen Haltiner seine Nähe zur UBS vorgeworfen. Tatsächlich hat Haltiner praktisch seine ganze berufliche Laufbahn bei der UBS und der früheren Bankgesellschaft verbracht, bevor er 2006 zur damaligen Eidgenössischen Bankenkommission wechselte.

Seit 1973 arbeitete Haltiner bei der Schweizerischen Bankgesellschaft, die dann später mit dem Schweizerischen Bankverein zur UBS fusionierte. Haltiners Karriere führte ihn über New York zurück in die Schweiz, wo er 1993 Mitglied der Geschäftsleitung der Bankgesellschaft wurde.

Im Fusionsprozess mit dem Bankverein wurden unter der Führung Haltiners die Geschäftseinheiten in der Schweiz zusammengeführt. 1999 wurde er unter Marcel Ospel Mitglied des Group Managing Boards in der neuen UBS. Er war für den Geschäftsbereich Privat- und Firmenkundengeschäft zuständig.

Auch ansonsten ist Haltiner gut vernetzt. Finanzminister Hans-Rudolf Merz lernte er bereits in den 1970er-Jahren im UBS-Ausbildungszentrum Wolfsberg kennen. Auch im UBS-Verwaltungsrat und Roche-Vize Bruno Gehrig hat Haltiner einen einflussreichen Fürsprecher.

Seine unbestrittene Nähe zur UBS und zur Bankenwelt wird dem Finma-Chef immer wieder vorgeworfen. Vor allem die politische Linke hat sich auf Haltiner eingeschossen. So bezeichnete SP-Präsident Christian Levrat Haltiner als bankenfreundliches Feigenblatt, hinter dem sich der Bundesrat in der Bonusdebatte verstecken könne.

SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger-Oberholzer forderte Haltiners Rücktritt. Mit dem Entscheid, die UBS-Kundendaten für die US-Behörden frei zu geben, hat er sich auch bei vielen bürgerlichen Politikern unbeliebt gemacht.

«Gut unterrichtete Quellen» berichten laut dem «Tages Anzeiger» allerdings, dass es gerade Haltiner war, der Merz schon früh riet, eine neue Strategie in der Steueraffäre einzuschlagen. Dies wird zum Beispiel vom grünliberalen Martin Bäumle als Zeichen für Haltiners Glaubwürdigkeit gesehen. Und auch SP-Ständerätin Simmonetta Sommaruga hat den Eindruck, dass Haltiner einer der wenigen Finanzfachleute sei, der einen Lernprozess durchgemacht habe.

(sf/frua)

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