Schweiz
Streit um Melander-Fischfarm eskaliert
Übergangsfrist für umstrittene Tötungsmethode
Der Streit um die umstrittene Melander-Fischfarm in Oberriet (SG) eskaliert. Die Fronten zwischen dem Besitzer Hans Raab und dem Kanton haben sich weiter verhärtet. Weil Raab mit der kompletten Schliessung droht, gewährt ihm der Kantonstierarzt nun eine Übergangsfrist.
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In der Sendung «Schweiz aktuell» nimmt der deutsche Besitzer Hans Raab erstmals ausführlich Stellung zu der Kontroverse. Er verteidigt seine Tötungsmethoden, will aber trotzdem am Donnerstag seine Drohung wahr machen und die ganze Anlage schliessen.
Für die Sendung «Schweiz aktuell» öffnete Raab den Betrieb. Die grösste Fischzucht der Schweiz war beim Besuch des Fernsehteams in Betrieb.
Nach wie vor steht Hans Raab hinter seiner Fischfarm: «Ich bin stolz darauf. Das gibt es nur einmal auf der Welt. Wer etwas gegen diese Anlage hat, soll mir sagen, was es denn besseres gibt.»
In der Tat sorgt nur ein Teilbereich des Betriebs für heftige Kontroversen: Eine Trommel, in der die auf 10 Grad heruntergekühlten Fische mittels Eiswürfeln entschleimt werden.
Raab verteidigt diese Methode: «Der Fisch wird heruntergekühlt und ist ab dann zu 100 Prozent betäubt.» Dass Tierschutz und Kantonstierarzt diese Methode als nicht tierschutzkonform bezeichnen, bringt Raab in Rage: «Wer von den Tierschützern hat sich je mit Fischen befasst? Die wollen nur Gesetze bringen.»
Konkret auf den St. Galler Kantonstierarzt Thomas Giger angesprochen sagt Raab: «Dieser Mann ist für mich ein Krimineller.»
Kantonstierarzt Giger seinerseits reagiert gelassen auf die Anschuldigungen: «Ich fühle mich überhaupt nicht im Unrecht. Ich bin verantwortlich für den Vollzug des Tierschutzes im Kanton St. Gallen, und damit hat Herr Raab offensichtlich Mühe.»
Raab will nun am Donnerstag wie angekündigt den Betrieb abstellen. Das Schlachten der rund 400‘000 Fische möchte er aber dem Kanton überlassen. «Irgendwann merkt man, dass man verloren hat. Ich habe gegen diese Kantonsbande verloren. Ich schalte eigenhändig ab am Donnerstag.» so Raab.
Kantonstierarzt Giger ist mit diesem Vorgehen nur bedingt einverstanden: «Physisch kann er dies schon so machen, aber er ist verantwortlich für seine Tiere. Er muss sie auch korrekt töten. Die Verantwortung dafür kann er nicht auf uns abschieben.»
Raab hat laut Giger schon mehrmals mit der Schliessung der Farm gedroht, falls man ihn nicht gewähren lassen. «Inzwischen müssen wir seine Drohung ernst nehmen», sagt Giger. Raab sei wie ein fünfjähriges Kind, dem die Mutter im Laden kein «Täfeli» kaufe.
Deshalb will Giger dem Hersteller von Putzmitteln «HaRa» und Fischfarm-Inhaber Hans Raab eine «angemessene Übergangsfrist» einräumen, um auf eine gesetzlich zugelassene Tötungsmethode umzustellen.
Die umstrittene Tötungsmethode entspricht seit dem 1. September 2008 nicht mehr der geltenden Tierschutzverordnung.
Diese lässt das Töten von Fischen nur noch zu durch einen Schlag auf den Kopf, Elektroschock, das Brechen des Genicks oder das mechanische Zerstören des Gehirns.
(sf/sda/kooe)
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S. Egloff, St. Gallen
Verfasst am: 3.4.2009 15:17
nicht das Gesetz sondern die Finanzen
Tatsache ist doch, dass Herrn Raab jetzt die... mehr
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B. Scheidegger, Bern
Verfasst am: 1.4.2009 17:57
Ja klar!
'Wir haben es so gelernt', 'alles... mehr
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R. Hood, Nottingham
Verfasst am: 1.4.2009 12:11
vor dem Gesetz sollten ALLE gleich sein
Ja,ja, von Gesetzen hat der "feine"Herr... mehr
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