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Rote-Khmer-Schlächter zeigt Reue

Dienstag, 31. März 2009, 13:32 Uhr, Aktualisiert 14:11 Uhr

Kaing Guek Eav bittet Folter-Opfer um Verzeihung

Im ersten Prozess zur Aufarbeitung des Pol Pot-Regimes in Kambodscha hat der Chef-Folterer der Roten Khmer seine Verantwortung für die ihm vorgeworfenen Verbrechen eingestanden.

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Rote-Khmer-Folterer vor Gericht

net sendDer 66-jährige Kaing Guek Eav alias Duch bat vor dem Sondertribunal in Phnom Penh zudem seine Opfer um Verzeihung. Er erkenne die Verantwortung für die Geschehnisse im Gefängnis Tuol Sleng an, sagte er.

Folterer hofft auf Vergebung

Duch war der Leiter der berüchtigten Haftanstalt, in der während der Herrschaft von Pol Pot zwischen 1975 und 1979 mehr als 15‘000 Männer, Frauen und Kinder gefoltert oder hingerichtet wurden. Das Gericht wirft ihm Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen, Folter und Mord vor.

«Ich möchte mir erlauben, mich bei den Überlebenden des Regimes und den Hinterbliebenen derer zu entschuldigen, die während der Herrschaft brutal ums Leben gekommen sind», fügte er hinzu. «Ich bitte nicht darum, dass Sie mir jetzt vergeben, aber ich hoffe, dass Sie es später einmal tun werden.»

Zuerst grausame Folter - dann Hinrichtung

Die Anklageschrift wirft Duch vor, aus den Insassen unter furchtbarer Folter das Geständnis «konterrevolutionärer Aktivitäten» herausgepresst zu haben.

Gefangene seien mit Schlägen, Elektroschocks und anderen grausamen Praktiken gefügig gemacht worden. Die anschliessende Hinrichtung der Insassen war laut Anklage von vornherein beschlossene Sache.

Kein Eingang in die Geschichtsbücher

Nach dem Sturz der Roten Khmer 1979 war Duch für 20 Jahre untergetaucht, bis er 1999 im Nordwesten Kambodschas aufgespürt wurde. Er ist der erste von insgesamt fünf ranghohen Roten Khmer, die sich vor Gericht verantworten müssen.

Die juristische Vorbereitung des Prozesses hat Jahre gedauert. Die Aufarbeitung der Vergangenheit spielt bei den Prozessen eine grosse Rolle: Täter und Opfer wohnten nach dem Ende der Schreckensherrschaft der Roten Khmer wieder nebeneinander, die Verbrechen wurden nicht thematisiert.

Bis heute hat die blutige Geschichte der Roten Khmer beispielsweise noch nicht Eingang in die Schulbücher des Landes gefunden.

Traditionelle Gesellschaft ausrotten

Die Roten Khmer unter ihrem 1998 verstorbenen Führer Pol Pot verwandelten Kambodscha nach ihrer Machtübernahme 1975 in ein gigantisches Zwangsarbeitslager, in dem sie nach ihrer Ideologie die traditionelle Gesellschaft auslöschen und beim «Jahr Null» neu anfangen wollten.

Schätzungsweise bis zu zwei Millionen Menschen verhungerten, starben an Krankheiten oder wurden exekutiert. 1979 wurden die Roten Khmer nach dem Einmarsch vietnamesischer Truppen gestürzt.

(ap/sda/from)

Kommentare aktiv...

J. Stump

Zürich
Verfasst am:
1.4.2009 13:42

 

Immerhin...

zeigt wenigstens einer Reue - ob echte oder... mehr …

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