Wirtschaft
Datenaffäre: Bahnchef Mehdorn tritt zurück
SBB-Chef Meyer hat keine Ambitionen
Der Chef der Deutschen Bahn (DB), Hartmut Mehdorn, hat den Rückhalt in der Politik verloren und seinen Rücktritt angeboten. Damit zieht er die Konsequenzen aus der Datenaffäre. Die Bahn soll jahrelang E-Mails ihrer Angestellten gefiltert haben. Nun dreht sich das Kandidatenkarussell: Einer der Wunschkandidaten, SBB-Chef Andreas Meyer, hat laut seinem Sprecher «keine Absicht, die Stelle zu wechseln».
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Laut SF-Korrespondent Thomas Vogel dürfte kaum ein Mitglied der jetzigen DB-Führungsebene die Nachfolge von Mehdorn übernehmen. Alle von ihnen seien irgendwie in die Affäre involviert, sagte er gegenüber der «Tagesschau».
Als Wunschkandidat wurde unter anderen SBB-Chef Andreas Meyer gehandelt. Doch Meyer steht nicht zur Verfügung. SBB-Sprecher Roland Binz erklärte, «Andreas Meyer gefällt es bei der SBB und in der Schweiz». Meyer war von der Deutschen Bahn zur SBB gestossen. Bevor er die Nachfolge von Benedikt Weibel antrat, war er bei der DB zuletzt als Chef Stadtverkehr tätig.
Mehdorn ist sich keiner Schuld bewusst. Allerdings räumt er ein, dass die «zerstörerischen Debatten» dem Unternehmen, dem Standort Deutschland und dem ganzen Land schadeten. Er habe dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Konzerns die Auflösung seines Vertrages angeboten, erklärte der 66-Jährige in Berlin seinen Entscheid.
Mehdorn stand seit Freitag massiv unter Druck. An diesem Tag hatten die Bahn-Sonderermittler Gerhart Baum und Herta Däubler-Gmelin sowie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ihre Ergebnisse zur Datenaffäre vorgelegt.
Danach soll die Bahn jahrelang die E-Mails von 70'000 bis 80'000 Mitarbeitern systematisch gefiltert haben - täglich bis zu 145'000.
Am Wochenende musste der Konzern dann noch einräumen, dass er im Herbst 2007 E-Mails mit einem Streikaufruf der Lokführergewerkschaft GDL gestoppt hatte. Danach rückte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel von Mehdorn ab. Die Bahngewerkschaften, die SPD und die Opposition hatten schon zuvor seine Ablösung verlangt.
Die Bahn präsentierte in Berlin ihre Bilanz 2008: Im Personenverkehr konnte die Bahn einen Gewinnsprung verzeichnen - im Güterverkehr erlitt sie dagegen einen Einbruch. Der Umsatz 2008 lag bei 33,5 Mrd. Euro, wie die Bahn mitteilte. Um Zukäufe bereinigt sind dies 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um 4,8 Prozent auf 2,48 Mrd. Euro.
Das Unternehmen kündigte weiter an, man werde 2009 wohl mehr als zwei Milliarden Euro über den Kapitalmarkt refinanzieren. Der mit 16 Mrd. Euro verschuldete Staatskonzern spielt auf den internationalen Anleihemärkten ein wichtige Rolle.
(ap/sprm)
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K. O., bern
Verfasst am: 31.3.2009 16:59
Sesselrücken
Herr Mehdorn sollte sich vielleicht als... mehr
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D. Domenicus, Aarau
Verfasst am: 30.3.2009 23:57
Leider ist
Meyer von der Deutschen Bahn geprägt, da sieht... mehr
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L. Galli, Zumikon
Verfasst am: 30.3.2009 15:49
Logisch,dass H.Mehdorn
jetzt abgeschossen werden muss!Jahrelang war er... mehr
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