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Schweiz

Schwyz setzt PUK im Fall Lucie ein

Mittwoch, 18. März 2009, 12:36 Uhr, Aktualisiert 13:20 Uhr

Untersuchung zu Handydaten

Der Schwyzer Kantonsrat will die verspätete Herausgabe von Handydaten im Mordfall Lucie durch eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) beleuchten. Der Antrag der SVP für eine PUK fiel im Parlament mit 48:26 Stimmen.

Foto von Lucie umringt von Blumen.
Das 16-jährige Au-pair-Mädchen war am 4. März im aargauischen Rieden getötet worden. (keystone)

Die zuständige Untersuchungsrichterin hatte nach dem Verschwinden von Lucie Trezzini ein Gesuch um Verwendbarkeit der Daten unter anderem bei der Schwyzer Behörden angefordert.

Offenbar war aber durch eine Intervention des Schwyzer Kantonsgerichtspräsidenten Martin Ziegler die Herausgabe verzögert worden. In die Übergabe der Handydaten war auch der Bund involviert. Die verzögerte Herausgabe soll nun nach Ansicht des Schwyzer Kantonsrats aufgearbeitet werden, um ähnliche Pannen in Zukunft zu vermeiden und das Vertrauen in die Justiz wieder herzustellen.

In der Diskussion kritisierte ein FDP-Sprecher die Informationspolitik des Kantons als «skandalös». Die öffentlichen Äusserungen verschiedener Amtspersonen und Behördenvertretern, insbesondere die gegenseitigen Vorwürfe und Beschuldigungen, hätten dem Ansehen des Kantons Schwyz geschadet. Die Krisenkommunikation habe total versagt. Die PUK müsse deshalb auch die Informationspolitik des Kantons unter die Lupe nehmen.

Es ist das erste Mal im Kanton Schwyz, dass eine PUK ins Leben gerufen wird.

(sf/sda/fasc)